Bolton, R. M. & R. J. Brooks (2010): Impact of the Seasonal Invasion of Phragmites australis (Common Reed) on Turtle Reproductive Success. – Chelonian Conservation and Biology 9(2): 238-243.

Einfluss der saisonalen Invasion von Phragmites australis (Schilfrohr) auf den Reproduktionserfolg von Schildkröten.

Ein nicht nativer Haplotyp der invasiven Schilfrohrart Phragmites australis hat in der letzten Zeit sein Verbreitungsgebiet in vielen Gebieten Nordamerikas ausgeweitet und wurde dadurch zu einem Problem für den Naturschutz.
Die aggressive Pflanze verdrängt die umliegende, native Vegetation im Wettbewerb um Ressourcen. Durch diese erfolgreiche Modifizierung des Habitats, kann P. australis native Pflanzengesellschaften ersetzen und, infolgedessen, andere Organismen negativ beeinflussen. Die Vorkommen von P. australis sind in Long Point, Ontario, Canada, einem hoch empfindlichen Gebiet, in dem sechs Wasserschildkrötenarten nisten, stark angestiegen. In diesen Breiten nutzen die Schildkröten offene, unbeschattete Areale als Nistplätze um die nötige Temperatur durch Sonneneinstrahlung zu gewährleisten. Die Schildkröten wählen die Nestplätze anhand spezifischer physikalischer Charakteristika zur Zeit der Eiablage. Die schnelle Ausbreitung des Schilfrohr hat die Anzahl der geeigneten Nistplätze für viele Arten herabgesetzt, da das Wachstum der Pflanzen die Mikrostruktur im Laufe der Inkubation verändert. Insbesondere betroffen ist die Temperatur, der wichtigste Faktor für die Embryonalentwicklung. Die unkontrollierte Invasion von P. australis gefährdet den Reproduktionserfolg von Wasserschildkrötenarten in Long Point und weiten Teilen Nordamerikas.

Seitenanfang