Riesen-Schlangenhalsschildkröte, Chelodina expansa, © Bruce C. Chessman
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Deppe - 2024 - 01

Deppe, Annette R., Deborah S. Bower & Donald T. McKnight (2024): Impact of severe drought on movement and survival of freshwater turtles in the Gwydir Wetlands, Australia. – Marine and Freshwater Research 75(7): MF23226.

Auswirkungen einer schweren Dürre auf die Bewegung und das Überleben von Süßwasserschildkröten in den Gwydir Wetlands, Australien.

DOI: 10.1071/MF23226 ➚

Glattrückige Schlangenhalsschildkröte, Chelodina longicollis, – © Stefan Thierfeldt
Glattrückige Schlangenhalsschildkröte,
Chelodina longicollis,
© Stefan Thierfeldt

Kontext: Die zunehmende Zahl und Dauer von Dürreperioden stellt eine Bedrohung für viele Süßwasserschildkrötenpopulationen dar.
Ziele: Unsere Studie untersuchte die Bewegung und das Überleben von Emydura macquarii, Chelodina expansa und Chelodina longicollis bei Trockenheit und Überschwemmung. Methoden: Die Schildkröten wurden im Gwydir Feuchtgebiet, New South Wales, Australien, gefangen. Wir untersuchten die Artenzusammensetzung von Lebendfängen und Kadavern während der Dürre, um das relative Überleben der einzelnen Arten zu beurteilen. Mit Hilfe der Radiotelemetrie verglichen wir die Bewegungen von E. macquarii und C. longicollis während einer schweren Dürre, gefolgt von einer Überschwemmung.
Wichtigste Ergebnisse: Von den nachverfolgten Schildkröten mit bekanntem Schicksal starben 28,6 % von E. macquarii und 7,1 % von C. longicollis während der Dürre. Die proportionale Zusammensetzung der gefangenen Schildkröten im Vergleich zu den ausgetrockneten Panzern deutet darauf hin, dass C. expansa die höchste Mortalität aufwies. E. macquarii und C. longicollis schienen beide terrestrisch zu navigieren und bewegten sich im Flutwasser weiter als in der Dürre, C. longicollis bewegte sich jedoch generell weiter.
Schlussfolgerungen: Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Schildkröten in isolierten Feuchtgebieten des nördlichen Murray-Darling-Beckens während einer schweren Dürre einem hohen Sterberisiko ausgesetzt sind.
Implikationen: Die Wasserzufuhr in der Umwelt während anhaltender Dürreperioden ist entscheidend für den Fortbestand von Populationen langlebiger Arten wie der Schildkröten.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Hier stellt sich die Frage, ob die hier festgestellten Versterbe-Prozentzahlen sich bei weiteren Dürreperioden nicht verändern oder ob sie abnehmen? Letzteres würde ja bedeuten, dass die Überlebensfähigkeit langfristig von der Anzahl geeigneter Rückzugsrefugien abhängig ist, in denen die jeweiligen Spezies die Dürreperioden überstehen können. Siehe auch Roe et al. (2008).

Literatur

Roe, J. H., A. Georges & B. Green (2008): Energy and Water Flux during Terrestrial Estivation and Overland Movement in a Freshwater Turtle. – Physiological and Biochemical Zoology 81(5): 570-583 oder Abstract-Archiv.

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