Moore, M. J. C. & R. A. Seigel (2006): No place to nest or bask: Effects of human disturbance on the nesting and basking habits of yellow-blotched map turtles (Graptemys flavimaculata). – Biological Conservation 130(3): 386-393.

Kein Platz zum Nisten und Sonnenbaden: Auswirkungen von vom Menschen verursachten Störungen auf das Nistverhalten und Sonnenbaden bei der Gelbtupfen-Höckerschildkröte (Graptemys flavimaculata).

DOI: 10.1016/j.biocon.2006.01.001

Erst in jüngster Zeit konzentrierte man sich zunehmend darauf zu untersuchen, wie sich menschliche Störungen auf das Verhalten bedrohter Tierarten auswirken. Belege für solche Einflüsse gibt es insbesondere für Wasservögel, marine Säugetiere und einige große häufig bejagte Spezies. Allerdings weiß man nur wenig darüber, wie sich menschliche Störungen auf Reptilien auswirken, da viele Reptilen eine scheue und versteckte Lebensweise haben und daher von der Bevölkerung kaum wahrgenommen werden. Wir untersuchten die durch den Menschen verursachten Auswirkungen auf das Verhalten beim Nisten und Sonnenbaden bei der Gelbtupfen-Höckerschildkröte (Graptemys flavimaculata) im Pascagoula-Fluss im südöstlichen Mississippi, USA. Wir fanden, dass sich sowohl das Nistverhalten als auch das Verhalten in Bezug auf das Sonnenbaden in Abhängigkeit von den menschlichen Freizeitaktivitäten veränderte. Schildkröten, die gerade beim Ablegen waren, verließen die Ablagestelle, wenn sich Boote näherten und viele Schildkröten warteten für mehrere Stunden nahe dem Strand ohne aufzutauchen. Sonnenbadende Schildkröten tauchten sofort ab, wenn sich Boote näherten und tauchten oft gar nicht mehr zum Sonnenbaden auf. Angler, deren kleine Boote sich für längere Zeiträume in der Nähe eines Sonnenbadeplatzes aufhielten, verursachten die größten Störungen, wohingegen einzelne Wasserfahrzeuge wie Jetskier sich weniger negativ auswirkten. Unsere Daten lassen vermuten, dass die Unterbrechungen der Nistaktivitäten den gravierendsten Einfluss auf die Überlebensfähigkeit der Population haben, da sie sich direkt auf die Zahl der von einem Weibchen produzierten Gelege auswirkt. Zudem weichen die Weibchen auf ungünstigere Mikrohabitate für die Ablage aus.

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