Wauters, N., W. Dekoninck, Z. T. Nagy & D. Fournier (2018): Impact of laying date and fire ants on hatchlings of Chelonoidis porteri on Santa Cruz Island, Galápagos, Ecuador. – Herpetological Conservation and Biology 13(2): 479-487.

Auswirkungen von Legedatum und Feuerameisen auf Schlüpflinge der Santa-Cruz-Riesenschildkröte (Chelonoidis porteri) auf Santa Cruz Island, Galápagos, Ecuador.

Landschildkröten der Gattung Chelonoidis sind ikonische Spezies die endemisch auf den Galapagosinseln von Ecuador leben. Ihre Populationen wurden während der letzten drei Jahrhunderte dramatisch durch menschliche Aktivitäten verkleinert. Dazu gehörten auch indirekte Einwirkungen die von eingeführten invasiven Arten ausgehen. Wir untersuchten hier die Mortalitätsrate bei den Eiern und den Schlüpflingen aus 48 Nestern von Chelonoidis porteri auf der Insel Santa Cruz in Bezug zu verschiedenen Mortalitätsursachen wie dem Vorhandensein von Feuerameisen oder dem Datum der Eiablage. Die durchschnittliche Mortalität lag bei 0,56. Tropische Feuerameisen (Solenopsis geminata) waren bei 75% der Nester in einem Umkreis von 1m um die C. porteri-Nester vorhanden und wir fanden Feuerameisen in 12,5% der eröffneten Nester. Wir fanden keinen Zusammenhang zwischen dem der Häufigkeit von Feuerameisen und dem Überleben von C. porteri-Eiern und -Schlüpflingen. Wir beobachteten auch keine Anzeichen für Schimmel in den Nestern. Wir stellten aber fest, dass ein frühes Ablagedatum mit einer niedrigeren Überlebensrate der Gelege assoziiert war und konnten zeigen, dass die Embryonalentwicklung ein kritischer Faktor dabei war. Zum Schluss diskutieren wir die potentiellen Einflüsse von Feuerameisen und Klimawandel auf das Überleben und die Fortpflanzung sowie Stress als Faktoren die bei Erhaltungsmaßnahmen dieser endemischen Landschildkröten auf den Galapagos Inseln berücksichtigt werden sollten.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Die Gattung Chelonoidis ist sicher nicht allein auf Galapagos beschränkt. Ja und da keine negativen Auswirkungen der Feuerameisen auf die Gelege festgestellt werden konnten bleibt die Frage, ob letztere für die Gelege dieser Schildkrötenunterart wirklich schädlich sind oder ob sie sie sogar schützen? Letztendlich könnten sie auch dazu beitragen, dass Seevögel wie Möwen von den Gelegen durch Ameisen ferngehalten werden oder ein durch sie gut durchlüfteter lockerer Boden vor Verpilzung schützt. Man kann hier viel spekulieren und sollte nicht alles nur negativ sehen. Denn wenn meines Erachtens widererwarten selbst die Schlüpflinge im geöffneten Ei nicht negativ von den Ameisen beeinträchtigt werden, dann frage ich mich wirklich ob die Weibchen solche durch Ameisen besetzte Nistplätze nicht auch aus einem ganz bestimmten Grund auswählen?

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