Parham, J. F. (2008): Rediscovery of an „extinct“ Galapagos tortoise. – PNAS – Proceedings of the National Academy of Science of the U.S.A. 105(40): 15227-15228.

Wiederentdeckung einer ausgestorbenen Galapagosschildkröte.

DOI: 10.1073/pnas.0808013105

Dieser Kommentar hat kein Abstract, er kommentiert in ausführlicher Weise die Umstände, die zur Wiederentdeckung der Florena Riesenschildkröte in Form von „G. elephantopus“-Hybriden auf der Nachbarinsel Isabela führten. Farbabbildungen eines ursprünglichen Panzerskeletts der Art und eine Abbildung eines aktuellen Hybriden sind enthalten. Im Weiteren werden die bedeutenden Möglichkeiten der Molekularbiologie und die herausragende Bedeutung von Museumspräparaten in diesem Zusammenhang kommentiert.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Siehe auch Poulakakis, N., S. Glaberman, M. Russello, L. B. Beheregaray, C. Ciofi, J. R. Powell & A. Caccone (2008): Historical DNA analysis reveals living descendants of an extinct species of Galapagos tortoise. – Proceedings of the Natural Acadamy of Science USA. in press oder Abstract-Archiv.
Sicherlich ist die Bedeutung von Museumspräparaten und Präparatesammlungen generell nicht zu leugnen, allerdings muss man auch zur Kenntnis nehmen, dass gerade solche Sammelaktionen die – da viele Museen solche Exponate haben wollten – oftmals wiederholt stattfanden, auch ihren Beitrag zum Verschwinden von Arten geleistet haben und weiterhin leisten können. Deshalb denke ich, dass man sich trotz aller Euphorie Gedanken darüber machen sollte, ob es auch andere Möglichkeiten der Belegdatenarchivierung gibt, die weniger gefährdend sind. Siehe dazu Kommentar zu Chiro, L. & I. Ineich (2006): Biogeography of the reptiles of the Central African republic. – African Journal of Herpetology 55 (1): 23-59 oder Abstract-Archiv.
Zudem frage ich mich, ob es in diesem Zusammenhang und den daraus resultierenden Erkenntnissen nicht besser gewesen wäre, am alten Nomenklaturkonzept der Unterarten festzuhalten, auch wenn es sich dann vielleicht nur etwas unspektakulärer angehört hätte, wenn man anstatt von „Arthybriden“ nur Unterartverwandte wieder gefunden hat.

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