Lamont - 2021 - 01

Lamont, M., D. Johnson & D. J. Catizone (2021): Home ranges and Movements of Two Diamondback Terrapins (Malaclemys terrapin macrospilota) in Northwest Florida. – Estuaries and Coasts.

Lebensraumgrößen und Bewegungsmuster für zwei Diamantschildkröten (Malaclemys terrapin macrospilota).

DOI: 10.1007/s12237-020-00892-0 ➚

Pfauenaugen-Diamantschildkröte, Malaclemys terrapin macrospilota, – © Margaret M. Lamont
Pfauenaugen-Diamantschildkröte,
Malaclemys terrapin macrospilota,
© Margaret M. Lamont

Bei der Diamantschildkröte (Malaclemys terrapin) handelt es sich um eine kleine, die Brackwasserzone besiedelnden Schildkröteart deren Verbreitungsgebiet sich entlang der atlantischen und der Golfküste der USA erstreckt, wo sie durch das Ertrinken in den Reusen der Krabbenfischer, dem Absammeln für den Haustiermarkt und durch Habitatverlust bedroht wird. Es ist dabei wenig über ihre Bewegungsmuster und die Lebensraumgrößen für diese Schildkröten bekannt was insbesondere für die Bereiche entlang des amerikanischen Teils der Küste des Golfs von Mexiko zutrifft. Wir bestückten zwei adulte Weibchen die an zwei unterschiedlichen Lokalitäten im nordwestlichen Florida gefangen worden waren mit Satellitensendern. Eine „First-difference correlated random walk“-Auswertung wurde dazu herangezogen um die zurückgelegten Strecken und damit die Lebensraugröße für jedes Individuum zu ermitteln. Die zwei Schildkröten wurden für 146 bzw. 147 Tage überwacht und die dabei zurückgelegten Strecken beliefen sich für ein Individuum auf insgesamt 70,1 km bzw. für das andere auf 723,0 km. Die maximale Entfernung vom Ort des Fangs betrug für eines der Individuen 11,3 km und für das andere 49,6 km. Die hier ermittelten Lebensraumgrößen sind sehr viel größer als jene die in früheren und anderen Studien beschrieben wurden. Die Wanderungen die wir dokumentieren konnten waren größer als erwartet und deuten an, dass die Schutzzonen für die Habitate dieser Spezies erweitert werden müssen damit auch entfernter liegende Nahrungsgründe mit einbezogen werden.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Eine Arbeit die nicht nur auf größere Lebensräume als aus früheren Studien bekannt verweist. Nein – indirekt müsste man sich auch die Frage stellen ob in früheren Studien die Daten zu den Lebensraumgrößen anders oder unzureichend erfasst wurden oder ob sich die Lebensräume wirklich vergrößert haben? Wenn letzterer Teil der Frage zutrifft, dann würde diese Studie auch andeuten, dass sich in den Lebensräumen dieser Schildkröten etwas verändert hat was sie zwingt weiter Wanderungen zu unternehmen, um ihre ökologischen Ansprüche zu realisieren wie Nahrungsverfügbarkeit, Nistplätze, Partnerfindung und Überwinterungsmöglichkeiten zu realisieren? Denn eigentlich gehören Schildkröten meist zu jenen Spezies die, wenn die ökologischen Ressourcen verfügbar bleiben sich recht Standorttreu verhalten und eher auf Energieeinsparung ausgerichtet sind wozu eigentlich auch das Einsparen von Bewegungsenergie gehört.

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