Kimskulvech - 2012 - 01

Kimskulvech, S. & P. Suttiyotin (2012): Stimulation Patterns for Erection and Ejaculation using Electroejaculator in Black Marsh Turtles. – Thai Journal of Veterinary Medicine 42(3): 325-331.

Stimulationsmuster für die Erektion und Ejakulation mit dem Elektroejakulator bei der Dickhalsschildkröte.

DOI: None

Es wurde die Spermagewinnung mit einem Elektroejakulator bei der Dickhalsschildkröte, Siebenrockiella crassicollis untersucht. Hohe Reaktionen wurden ausgelöst, wenn die Elektrostimulationssonde etwa 5,9 ± 0,1 cm tief vom Anus aus oder 5,2 ± 0,2 cm tief vom hinteren Carapaxrand aus gemessen eingeführt wurde. Die Tiefenposition (innen) reichte ungefähr unter das Zentrum des 2. Carapaxschildes von hinten. Die Intensität der Reaktionen stieg mit zunehmender Voltzahl an und erreichte ein Plateau bei 7,0 Volt. Die Einfuhrtiefe der Sonde, um höchste Reaktionen auszulösen, zeigte eine bessere Beziehung zur der Carapaxlänge, wenn vom Anus aus gemessen wurde (r=0,81, p=0,0088) als wenn man vom hinteren Carapaxende Maß nahm (r=0,06, p=0,8825). Die Elektrostimulation wurde in folgenden Mustern (Abläufen) getestet 1. von 0,0 auf 7,0 Volt in 20 Sekunden (s) und dann für 20s gehalten und zurück auf 0,0 V gefolgt von 20 s Pause; Stimulationsmuster 2. von 0 auf 7,0 V in 30 s, gehalten für 30 s und zurück auf 0,0 V und sofortige Wiederholung; Stimulationsmuster 3 von 0,0 auf 7,0 V in 15 s, gehalten für 40 s und zurück auf 0,0 V gefolgt von 5 s Pause. Die Häufigkeit der Penisvorstülpung und der Ejakulationen war bei allen drei getesten Stimulationsmustern gleich. Die Häufigkeit der Erektion war allerdings bei Stimulationsmuster 2 (77,8 %) am höchsten im Vergleich zu Muster 1 und 3 ( mit jeweils 38,9 und 50,0 %, p<0,05). Die Zeit bis zur Penisvorstülpung (36,9 ± 5,7, 25,3 ± 4,7 und 33,4 ± 5,6 min für die Muster 1, 2 und 3, p>0,05), Peniserektion (42,7 ± 5,2, 31,7 ± 4,5 und 35,0 ± 5,8 min für die Muster 1, 2 und 3, p>0,05) und Ejakulation (35,3 ± 6,4, 34,5 ± 5.0 und 28,1 ± 6,0 min für die Muster 1, 2 und 3, p>0,05) unterschieden sich nicht signifikant. Ejakulationen erfolgten allerdings auch ohne vorhergehende Erektion. Die Zeiten der Elektrostimulationen bis zur Erreichung der Penisausstülpung und der Ejakulation zeigte ebenfalls keine signifikanten Unterschiede zwischen den Stimulationsmodi. Die Zeit bis zur Erektion dauerte aber bei Stimulationsmuster 3 (20,8 ± 3,1 min) am längsten im Vergleich zu den Mustern 1 und 2 (15,2 ± 1,9 und 16,0 ± 2,2 min, p<0,05). Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Elektroejakulator bei Dickhalsschildkröten zur Auslösung der Erektion und Ejakulation eingesetzt werden kann.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Man mag darüber denken, wie man will, aber hätte man solche Methoden schon etwas früher erprobt, hätte man vielleicht auch Lonesome George schon etwas früher Sperma entlocken können. Siehe dazu Nicholls (2004).

Literatur

Nicholls, H. (2004): One of a kind. – Nature 429(6991): 498-500 oder Abstract-Archiv.


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