McCoy, E.D., R. D. Moore, H. R. Mushinsky & S. C. Popa (2011): Effects of Rainfall and the Potential Influence of Climate Change on Two Congeneric Tortoise Species. – Chelonian Conservation and Biology 10(1): 34–41.

Die Auswirkungen von Regenfällen und der potentielle Einfluss des Klimawandels für zwei kongenerische Schildkrötenspezies.

DOI: 10.2744/CCB-0822.1

Der Vergleich des Ressourcenakkumulationsmusters zweier verwandter Spezies, die Lebensräume mit unterschiedlichen hydrologischen Bedingungen besiedeln, kann Erkenntnisse liefern, wie sie von unterschiedlichen Umweltbedingungen beeinflusst werden und wie sie selbst darauf reagieren. Wir verglichen die saisonalen Körperkonditionsparameter für die Kalifornische Gopherschildkröte (Gopherus agassizii) in der Mojave-Wüste mit dem der Florida-Gopherschildkröten (Gopherus polyphemus) in Zentral-Florida. Die Körperkondition wurde indirekt bestimmt, wobei wir Indizes nutzten, die sich aus einer Beziehung von Körpermasse und Größe ergaben. Bei den Schildkröten waren die Unterschiede in der Körpermasse hauptsächlich vom Hydrationsstatus des Gewebes sowie dem Harnblaseninhalt und der im Darm gespeicherten Nahrungsmenge verursacht. Die durchschnittliche Körperkondition war niedriger und zeigte geringere saisonale Schwankungen bei der Gopherschildkröte im Vergleich zur Wüstengopherschildkröte. Kurzfristig ist die Körperkondition der Wüstengopherschildkröte mit den Regenfällen sehr streng korreliert, wohingegen das bei der Gopherschildkröte in Florida nicht so ist. Diese Unterschiede zwischen diesen beiden Arten stimmen mit dem überein, was zu ihrer Physiologie und ihrem Verhalten unter den derzeitigen Bedingungen bekannt ist. Wechselnde Niederschlagsmuster können deutliche Auswirkungen auf die Wüstenschildkröte haben. Ebenso könnten die physiologischen Reaktionen im Zusammenhang mit einer Dürre einen substantiellen Effekt auf die Florida-Gopherschildkröte haben, sodass von dem einhergehenden Klimawandel ein potentielles Risiko ausgehen dürfte.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Nun, diese Feststellung ist nichts wirklich Neues für den aufmerksamen Leser und betrifft etliche Arten (siehe Loehr et al. 2007). Allerdings sollte man davon ausgehen können, dass sich im Sinne des Überlebens der Arten auch deren Lebensräume geographisch verändern dürften, solange die entsprechenden Populationen ein gewisses Ausweichpotential über Konnektivitätskorridore haben. Siehe Anmerkungen zu: Howeth et al. (2008), Lee (2011).

Literatur

Howeth, J. G., S. E: McGaugh & D. A. Hendrickson (2008): Contrasting demographic and genetic estimates of dispersal in the endangered Coahuilan box turtle: a contemporary approach to conservation. – Molecular Ecology 17: 4209–4221 oder Abstract-Archiv.

Lee, H. (2011): Climate change, connectivity, and conservation success. – Conservation Biology 25: 1139–1142 Abstract-Archiv.

Loehr, V. J., M. D. Hofmeyr & B. T. Henen (2007): Growing and shrinking in the smallest tortoise, Homopus signatus signatus: the importance of rain. – Oecologia. 153(2): 479-488 oder Schildkröten im Fokus 4(3), 2007.

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