Manjoazy, T., J. H. Razafimanahaka, W. Ronto, R. Randrianavelona, J. U. Ganzhorn & R. K. B. Jenkins (2017): The supply of illegal tortoise meat to Toliara City, south-western Madagascar. – Oryx 51(3): 437-440.

Die Belieferung der Stadt Toliara im Südwesten Madagaskars mit illegalem Landschildkrötenfleisch.

DOI: 10.1017/S0030605316000314

Eine Reihe endemischer und geschützter Wirbeltierarten Madagaskars werden durch die Nachfrage für Wildtierfleisch bedroht. Wir berichten hier über die Zahl der entsorgten Panzer der illegal getöteten und hochgradig bedrohten Strahlenschildkröte, Astrochelys radiata in einem urbanen Zentrum im Südwesten Madagaskars. Anhand von verdeckten Überwachungsmaßnahmen von öffentlichen Müllkippen zählten wir 1.913 Schildkrötenpanzer zwischen Juli 2010 und Januar 2014. Dabei gab es auffällige räumliche und zeitliche Unterschiede mit einigen Nachweisen für Spitzenzeiten für die Panzerentsorgung während der Monate Mai – Juni und Oktober bis Dezember. Auf einer einzelnen Müllkippe nahe eines Strandes der für die gewerbliche Fischerei genutzt wurde wurden 93% der gesamten Panzer gezählt.

Strahlenschildkröte, Astrochelys radiata – © Hans-Jürgen Bidmon
Strahlenschildkröte,
Astrochelys radiata
© Hans-Jürgen Bidmon

Kommentar von H.-J. Bidmon

Hier beschreiben die Autoren ein alt bekanntes Phänomen das sich zumindest solange diese Länder zu den ärmsten der Welt zählen nicht abstellen lassen wird. In meinen Augen ist es zwar gut, dass in solchen Regionen auch zunehmend Forschungsarbeit geleistet wird, aber es bleibt doch fraglich ob das die einzig richtige Strategie sein kann um langfristig den Verlust an Arten zu verhindern und sowohl die Zustände wie auch das Aussterberisiko positiv zu verändern. Im Grunde genommen bedeutet doch reine Forschungsarbeit nur ein stärkeres Bekanntmachen von bislang unbekannten Spezies und ein Beschreiben der Zustände. Letzteres könnte zwar zu mehr Aufmerksamkeit führen, hat aber in den letzten 30 Jahren fast allerorts zu mehr Tierentnahmen und Exporten geführt als dazu diese zu verhindern. Lediglich die Galapagosinseln könnten eine Ausnahme darstellen. An den meisten anderen Orten hat dieses Vorgehen eigentlich nur der Karriere der dort arbeitenden ausländischen Wissenschaftler genützt, aber nicht wirklich zu Wegen geführt diese Machenschaften, die eher auf ökonomischen und sozialen Bedingungen vor Ort basieren, wirklich zu verändern. Deshalb sollten sich die Nationen, die dort Forschung finanzieren schon fragen welche Ziele diese langfristig verfolgt und ob es eigentlich die Richtige ist, die man damit fördert?

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