Lyons, J. A., D. J. D. Natusch & C. R. Shepherd (2013): The harvest of freshwater turtles (Chelidae) from Papua, Indonesia, for the international pet trade. – Oryx 47(2): 298–302.

Das Absammeln von Wasserschildkröten (Chelidae) in Papua, Indonesien für den internationalen Tierhandel.

DOI: 10.1017/S0030605312000932

Der internationale Handel mit Wildtieren ist derzeit eine der größten Gefährdungen für die Biodiversität. Eine Tiergruppe, die Schildkröten, hat in der Vergangenheit weit reichende Populationsrückgänge und Ausrottungsereignisse verkraften müssen, denn die meisten der Tiere werden immer noch der Wildnis entnommen. Die Insel Neuguinea hat die höchste Diversität an Wasserschildkröten (Chelidae) innerhalb der austral-asiatischen Region, und große Stückzahlen an Schildkröten werden in der indonesischen Provinz Papua gesammelt, um den internationalen Tierhandel zu versorgen. Insgesamt 264 solcher Schildkröten, die sechs verschiedenen Spezies angehörten, wurden allein zwischen Dezember 2010 und März 2011 gelistet, während wir Informationen über den Wildtierhandel in der indonesischen Provinz Papua sammelten. Die meisten waren Jungtiere, obwohl auch eine substantielle Anzahl großer adulter Exemplare dabei war. Keine der Spezies war bei CITES gelistet, und obwohl es für eine der Arten keine jährlich zugewiesene Fangquote gab, wurde sie trotzdem abgesammelt und gehandelt. Illegaler und nicht-regulierter Handel in Verbindung mit einem Mangel an ökologischem Grundlagenwissen über die Arten können verheerende Auswirkungen auf die Wildbestände haben. Wir präsentieren hier Empfehlungen für die Gesetzeshüter und für das Erhaltungsmanagement zum Schutz dieser Arten.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Trotz all der guten Vorsätze des Handels zum nachhaltigen Artenschutz und Artenmanagement geht der Raubau weiter und bringt auch die wenigen Arten, die vielleicht bei CITES noch nicht erfasst sind, wohl in Kürze auch an den Rand der Überlebensfähigkeit. Warum und mit welchem Argument eigentlich? Na, wenn ich es mal zynisch ausdrücken will, soll ja in den nächsten Jahrzehnten die Weltbevölkerung auf 10 Milliarden ansteigen, wovon hauptsächlich Asien und Afrika betroffen sein dürften, und vor diesem Hintergrund kann man ja so weitermachen, um schon mal Platz zu schaffen. Ob es denn zu diesem Anstieg wirklich kommen wird, weiß keiner, vielleicht wehrt sich der Planet ja mit seinen prognostizierten Methoden der Umweltkatastrophenzunahme. Siehe auch Lyons et al. (2012) und Kommentar zu: Calame et al. (2013).

Literatur

Calame, T. , T. N. E. Gray, M. Hurley, R. J. Timmins & K. Thongsamouth (2013) Field Observations of the Vulnerable Impressed Tortoise, Manouria impressa, from Southern Laos and Notes on Local Chelonian Trade. – Asiatic Herpetological Research 4: 151–154 oder Abstract-Archiv.

Natusch, D. J. D. & J. A. Lyons (2012) Exploited for pets: the harvest and trade of amphibians and reptiles from Indonesian New Guinea. – Biodiversity and Conservation 21: 2899–2911 oder Abstract-Archiv.

Seitenanfang