Loehr, V. J. T., M D. Hofmeyr & B. T. Henen (2007): Annual variation in the body condition of small, arid-zone tortoise, Homopus signatus signatus. – Journal of Arid Environment 71(4): 337-349.

Jährliche Schwankungen bei der Körperkondition bei der kleinen, Trockenzonen-Landschildkröte, Homopus signatus signatus.

DOI: 10.1016/j.jaridenv.2007.04.011

Homopus signatus signatus bewohnt eine Trockenregion mit unvorhersagbaren winterlichen Regenfällen. Um zu verstehen, wie sich die Spezies in Bezug zu den Schwankungen bei den Regenfällen verhält, maßen wir die Frühjahrskörperkondition über 5 Jahre und die saisonale Körperkondition über 15 Monate. Die Gesamtregenmenge hatte einen Einfluss auf die Körperkondition, aber der Zeitpunkt und die Häufigkeit von Regen hatten den größten Einfluss. In zwei aufeinander folgenden Jahren mit niedrigen Regenfällen war auch die Körperkondition in dem Jahr signifikant erniedrigt, als der meiste Regen erst spät im Winter fiel, im Vergleich zu dem Jahr, in dem es schon früher und häufiger kleine Schauer gab. Weibchen hatten eine höhere Frühjahrs-Körperkondition als Männchen, was wohl daran liegt, dass sie im Frühjahr ablegen. Die geringere Frühjahrs-Körperkondition der Juvenilen im Vergleich zu den Adulten kann sich darin begründen, dass der Panzer der juvenilen Schildkröten in Relation zu den Adulten noch wenig verknöchert ist, was dazu führt, dass Juvenile noch ein ungünstigeres Verhältnis von Körpermasse zu Panzermasse aufweisen. Die saisonalen Schwankungen in der Körperkondition waren erheblich (substantiell), die Körpermasse der Weibchen reduzierte sich um 18 % zwischen Sommer und Wintermitte, stieg aber dann nach den ersten Regenfällen wieder an und erreichte das höchste Niveau im Frühjahr. Wir verglichen dabei zwei Körperkonditionsindizes: erstens das Verhältnis von Körpermasse zu Carapaxlänge und zweitens Panzervolumen. Der zweite Index (Panzervolumen) variierte zwischen den Jahren stärker und liefert ein Verhältnis das nahe dem liegt, was als Körperdichte (body density) von Schildkröten bezeichnet wird.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Auch dieses Abstract verweist in eindrucksvoller Weise darauf, welch wesentlichen Einfluss der Zeitpunkt oder die Zeitpunkte der Regenfälle auf die Köperkondition dieser Schildkröten haben und dass die Zeit des Regens wichtiger als die absolute Regenmenge ist (siehe dazu auch Loehr et al. (2007): Growing and shrinking in the smallest tortoise, Homopus signatus signatus: the importance of rain. – Oecologia 153(2): 479-488 oder Abstract-Archiv). Insbesondere scheinen aber auch diese Zeitpunkte für den Schlupf der Jungtiere und deren Überlebenschancen essentiell zu sein. Obwohl dies hier nicht Gegenstand der Untersuchung war, so beschreiben die Autoren doch, dass mindestens 26 mm Niederschlag notwendig sind, um die Pflanzenkeimung zu induzieren. Ebenso beschreiben die Autoren, dass in den trockenen Jahren wesentlich spärlicherer Pflanzenbewuchs für einen wesentlich kürzeren Zeitraum vorhanden war. Die Fragen, die sich daraus ergeben, beziehen sich sicherlich auch darauf, wie sich wenig Regen oder nur auf kurze Zeitfenster beschränkte späte Regenfälle auf die Überlebenschancen von Schlüpflingen auswirken, und ab welcher Regenmenge eventuell ein Schlupf bzw. das Verlassen des Nests induziert wird. In einer solchen Umwelt, bei der es nicht sicher ist, wann die zeitlichen Regenperioden groß (oder lang) genug sind, um anhaltenden Pflanzenwuchs und ein Überleben zu ermöglichen, scheint die Reproduktionsstrategie, viele kleine Gelege übers Jahr verteilt abzusetzen, deutliche Vorteile zu bringen, da sich die Chancen, dass einige der Eier schlüpfen, wenn eine andauernde Regenphase das Überleben sichert, größer sind, als wenn alles in einem Gelege auf nur eine Karte gesetzt werden würde. (siehe dazu auch Abstract und Kommentar: Leuteritz et al. (2007): The extended reproductive season of tent tortoises (Psammobates tentorius tentorius): A response to an arid and unpredictable environment. – Journal of Arid Environments 68(4): 546-563 oder Abstract-Archiv.

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