Janzen, F. J., L. A. Hoekstra, R. J. Brooks, D. M. Carroll, J. W. Gibbons, J. L. Greene, J. B. Iverson, J. D. Litzgus, E. D. Michael, S. G. Parren, W. M. Roosenburg, G. F. Strain, J. K. Tucker & G. R. Ultsch (2018): Altered spring phenology of North American freshwater turtles and the importance of representative populations. – Ecology and Evolution 8(11): 5815-5827.

Eine veränderte Frühjahrsphänologie bei nordamerikanischen Süßwasserschildkröten und die Bedeutung von repräsentativen Populationen.

DOI: 10.1002/ece3.4120

Diamantschildkröte, Malaclemys terrapin - © Hans-Jürgen Bidmon
Diamantschildkröte,
Malaclemys terrapin, im Aquaterrarium
© Hans-Jürgen Bidmon

Global gesehen zeigen die Populationen der verschiedensten Taxa veränderte Phänologien als Reaktion auf den Klimawandel. Allerdings konzentrieren sich die meisten Studien auf eine einzige Population einer bestimmten Art womit vergleichende Situationsanalysen unterrepräsentiert sind, wobei zudem noch nur sehr wenige Langzeitstudien zur Phänologie ektothermer Amnioten publiziert wurden. Wir testen hier die klimabedingten Veränderungen in der Phänologie in Langzeitstudien (10-36 Jahre) in Bezug auf das Nistverhalten bei 14 Populationen von Süßwasserschildkröten die sechs Gattungen repräsentieren (Chelydra, Chrysemys, Kinosternon, Malaclemys, Sternotherus, und Trachemys). Dabei stellten wir fest, dass der Beginn der Ablagesaison früher stattfindet als in den zurückliegenden Jahren, wobei 11 dieser Populationen auch eine Beschleunigung in Bezug auf deren Phänologie zeigen. Das Einsetzen der Ablagesaison fast aller Populationen korrelierte dabei sehr gut mit den Temperaturen die in dem Monat herrschten der vor Beginn des Ablegens lag. Trotzdem bestimmte Populationen einiger Arten haben ihre Phänologie nicht so sehr beschleunigt wie dies anhand der globalen Muster der Klimaverschiebung erwartet worden wäre. Diese Zusammenstellung der Befunde lässt vermuten, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen den lokalen Klimabedingungen und der Reproduktion gibt der hauptsächlich durch die zeitlichen Schwankungen in Bezug auf die Beendigung der Winterruhe im Frühjahr bedingt wird, wobei die Fähigkeit Nahrung zu prozessieren und die Möglichkeiten zur Thermoregulation vor der Eiablage entscheidend sind. Obwohl es von allen Spezies Populationen gab die zumindest etwas an Phänologiebeschleunigung zeigten, wird deutlich wie die geographischen Unterschiede in Bezug auf die Phänologie innerhalb einer und zwischen verschieden Spezies es sehr wichtig erscheinen lassen, dass man umfassende Erhebungen in Bezug auf die biologischen Auswirkungen des Klimawandels durchführt.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Eine Arbeit die durchaus interessante Daten liefert und die darauf verweist, dass diese Vorgänge nicht linear verlaufen und somit auch nicht so einfach zu prognostizieren sind. Sie könnten aber durchaus eine Ursache für die schon öfters diskutierte Befunde liefern Siehe Carter et al., (2019) und Bodensteiner et al., (2019).

Literatur

Carter, A. L., B. L. Bodensteiner, J. B. Iverson, C. L. Milne-Zelman, T. S. Mitchell, J. M. Refsnider, D. A. Warner & F. J. Janzen (2019): Breadth of the thermal response captures individual and geographic variation in temperature‐dependent sex determination. – Functional Ecology oder Abstract-Archiv.

Bodensteiner, B. L., D. A. Warner, J. B. Iverson, C. L. Milne-Zelman, T. S. Mitchell, J. M. Refsnider & F. J. Janzen (2019): Geographic variation in thermal sensitivity of early life traits in a widespread reptile. – Ecology and Evolution 9(5): 2791-2802 oder Abstract-Archiv.

Galerien

 

Seitenanfang