Helke, K. L., T. K. Cooper, J. L. Mankowski & S. L. Poynton (2006): Disseminated visceral coccidiosis in indo-gangetic flap-shelled turtles, Lissemys punctata andersonii. – Journal of Wildlife Diseases. 42 (4): 788-796.

Eine verbreitete viscerale Kokzidiose bei Ganges-Weichschildkröten Lissemys punctata andersonii

Eimerioide Kokzidien infizieren häufig Wirbeltiere und können zum Tod und zu erhöhter Sterblichkeit bei Gefangenschaftshaltung beitragen. Die häufige Gattung Eimeria zeigt dabei typischer Weise eine Gewebespezifität, wobei sie sich meist auf das Darmepithel beschränkt, und darüber hinausgehende Infektionen sind bei Wirbeltieren eher selten. Eine ausgeweitete viscerale Kokzidiose wurde hier bei zwei wild gefangenen Ganges-Weichschildkröten (Lissemys punctata andersonii) nachgewiesen, die während ihrer Unterbringung im Zoo verstarben. Sporulierte Oozysten von Eimeria spp. wurden in der Lunge und Leber von einer der Schildkröten gefunden, bei der anderen Schildkröten lagen sie im auditorischen Kanal, Nasenschleimhaut, Rachen, Lunge, Leber, Nieren, Milz und im Darm vor. Es wurden zwei getrennte Spezies von Eimeria für den zweiten Fall anhand der Amplifikation und Sequenzierung des 18S rRNS Gens mit der Polymerase-Kettenreaktion vermutet. Eine Art war in der Nasenschleimhaut und der Leber nachweisbar, die andere Spezies trat in Lunge, Milz und Darm auf. Die Schwere der Entzündungsreaktionen korrelierte mit der Dichte der Kokzidien. Die Kokzidien waren häufig in den Melanomakrophagen von Leber und Milz; im Interstitium des Gehörkanals, Nasenschleimhaut, Rachen, Lunge und Darm sowie im Interstitium und den Epithelzellen der Nierentubuli. Wir vermuten, dass diese Ausbreitungen der Infektion durch ein geschwächtes Immunsystem begünstigt wurden.

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