Georges, A., E. Alacs, M. Pauza, F. Kinginapi, A. Ona & C. Eisemberg (2008): Freshwater turtles of the Kikori Drainage, Papua New Guinea, with special reference to the pig-nosed turtles, Carettochelys insculpta. Wildlife Research 35(7): 700-711.

Wasserschildkröten der Kikoridrainage, Papua Neuguinea, unter besonderer Berücksichtigung der Papua-Weichschildkröte, Carettochelys insculpta

DOI: 10.1071/WR07120

Rotbauch-Spitzkopfschildkröte, Emydura subglobosa – © Hans-Jürgen Bidmon
Rotbauch-Spitzkopfschildkröte,
Emydura subglobosa,
© Hans-Jürgen Bidmon

Eine Untersuchung des Kikoriflusssystems der Golfprovinz von Papua Neuguinea erbrachte das Vorhandensein von vier Waserschildkrötenspezies. Die Flussschildkröte Carettochelys insculpta und die Südneuguinea-Weichschildkröte Pelochelys bibroni stellten die Spezies, die als reine Flussschildkröten zu bezeichnen wären. Die Neuguinea-Tupfenschildkröte Elseya novaeguineae lebt primär in Süßwasserbächen und Flussläufen sowie in temporär überfluteten Senken und Sumpfgebieten des Flachlandregenwalds. Die Neuguinea-Schmuckschildkröte, Emydura subglobosa, besiedelt fast ausschließlich Wasserlöcher im Wald und Sumpfgebiete. Pelochelys bibroni war die seltenste Art, und sie ist möglicherweise in eingen Lokalitäten schon als bedroht einzustufen. Die größte Schildkrötenvielfalt war in den Karst-Ebenen des unteren Kikoribasins vorhanden, wo es auch eine wesentlich größere Habitatvielfalt für die Schildkröten gibt. Die geringste Artenvielfalt ergab sich für das Hochland, wo auch Schildkröten in nur noch sehr geringer Dichte vorkamen. Diese Hochlandpopulationen sind als eingebürgert zu bezeichnen und wurden durch den Menschen aus den Tieflandgebieten ins Hochland verbracht, wovon besonders der Mount Bosavi und die westlichen Provinzen betroffen sind, in die viele Besucher aus dem Tiefland kommen. Die gesprochene Sprachenvielfalt der Menschen ging einher mit der Artenvielfalt bei den Schildkröten in den betreffenden Regionen. C. insculpta nistet sowohl an den sandigen Flussufern als auch an den benachbarten Küstenstränden, Sandbänken und isolierten Sandbänken im Flussdelta des Kikori, dort wo er in den Golf von Papua mündet. Die adulten Weibchen und die Eier von C. insculpta werden in hohem Maße von der lokalen Bevölkerung als Nahrung genutzt.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Neben der Beschreibung der vorhanden Schildkrötenspezies eine beispielhafte Arbeit, die aufzeigt, welchen Einfluss der Mensch für die Verbringung oder Umsiedlung von Schildkröten spielen kann – ein Umstand, der auch gerade im Hinblick auf die Systematik von Interesse sein dürfte. Denn solche Umsiedlungen oder Verfrachtungen hat es wohl auch schon vor Jahrtausenden gegeben und es ist nicht auszuschließen, dass dies auch Auswirkungen auf die heutigen Lokalpopulationen in vielen Gebieten gehabt haben dürfte. Siehe dazu auch: Grosman L., N. D. Munro & A. Beifer-Cohen (2008): 12,000 year-old shaman burial from southern Levant (Israel). – PNAS – Proceedings of the National Academy of Science of the U.S.A. 105(46): 17665-17669 oder Abstract-Archiv.

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