Diaz, M. A, R. K. Cooper, A. Cloeckaert & R. J. Siebeling (2006): Plasmid-Mediated High-Level Gentamicin Resistance among Enteric Bacteria Isolated from Pet Turtles in Louisiana. – Applied and Environmental Microbiology 72 (1): 306-12.

Plasmid-gesteuerte hochgradige Gentamicin-Resistenz bei Darmbakterien isoliert aus Haustier-Schildkröten aus Louisiana

Der Verkauf von kleinen Schildkröten ist von der Food and Drug Administration der USA aus Sorge vor einer von den Tieren ausgehenden Ausscheidung und Verbreitung von Salmonella spp. verboten worden. Um nun sichere Jungschildkröten für den Tierexport zu produzieren, benutzen die Schildkrötenfarmen in Louisiana Gentamicinsulfatbäder (1,000 mug/ml), um Salmonella spp. von den Schildkröteneiern zu entfernen.. In 1999, analysierten wir Bakterienproben, die von Schildkrötenfarmen stammten und fanden Bakterienstämme von Salmonella enterica subsp. arizonae und andere wie Enterobacter cloacae, Citrobacter freundii, Pseudomonas aeruginosa und Stenotrophomonas maltophilia, die resistent gegenüber hohen Konzentrationen von Gentamicin (>2,000 mug/ml) und anderen Aminoglycosiden waren. Das Ziel dieser derzeitigen Studie war die Gene zu identifiziern, die zu dieser hochgradigen Gentamicinresistenz in den Schildkrötenfarmen beitragen, insbesondere bei Salmonella und um die Häufigkeit dieser Gene zu erfassen. R Plasmide von Gentamicin resistenten Stämmen wurden mittels Konjugation und Transfromation auf naive Escherichia coli übertragen. Die Klonierung der Gentamicin resistenten Determinanten auf diesen Plasmiden zeigte die Präsenz von Aminoglycosid-Acetyltransferasegenen aac(3)-IIa und aac(3)-Via, wobei das Letztere in Gencassetten von Klasse I Iintegronrn vorhanden war. Multiplex PCR Assays zeigten, dass jedes Gentamicin-resistente Isolat eine dieser Kopien des Acetyltransferasegens trug. Gepulste-Feld-Gelelektrophorese und Restriktionsenzym-Verdau-Analysen der R Plasmide, die diese Gene trugen, ergaben unterschiedliche Restriktionsprofile und Größen, die eine Verbreitung der Gentamicin resistenten Gene über mobile molekulare Elemente zeigte. Diese Ergebnisse heben deutlich hervor, dass die Entwicklung von alternativen Methoden zur Bekämpfung dieser Salmonellen von Schildkröteneiern notwendig ist.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Dieses hausgemachte Problem lässt sich aller Wahrscheinlichkeit auch nur kurzfristig durch die Entwicklung von Alternativen einschränken, denn da traue ich der Anpassungsfähigkeit von Bakterien durchaus mehr als der pharmazeutischen Industrie zu. Außerdem sind die gegen die bislang eingesetzten Antibiotika resistenten Bakterien schon unterwegs und verschwinden so schnell auch nicht, zumal sie schon über den Handel weltweit verbreitet sein dürften, oder meinen Sie auf einem chinesischen Lebensmittelmarkt würden die eventuellen, alternativen Entwicklungen der Amerikaner greifen. Vor diesem Hintergrund kann man nur vor kommerziellen Importen welcher Art auch immer warnen, ansonsten siehe Mispagel & Gray, 2005, Water Environment Research 77 (7): 2996-3002 oder Abstract-Archiv).

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