Burns, C. E., C. Coifi, L. B. Beheregaray, T. H. Fritts, J. P. Gibbs, C. Marquez, M. C. Milinkovitch, J. R. Powell & A. Caccone (2003): The origin of captive Galapagos tortoises based on DNA analysis: Implications for the management of natural populations. – Animal Conservation 6: 329-337.

Die Abstammung der in Gefangenschaft lebenden Galapagos-Riesenschildkröten basierend auf der Analyse der DNS: Voraussetzung für das Management natürlicher Populationen

Vor langer Zeit besiedelten Riesenschildkröten den gesamten Galapagosarchipel. Heute gelten drei der Inselpopulationen als erloschen und nur ein überlebendes Individuum ist von der Insel Pinta bekannt. Zusätzlich werden mehrere Populationen als „vom Aussterben bedroht = critically endangered“ eingestuft. Wir untersuchten die geographische Herkunft von 59 in Gefangenschaft gehaltenen Schildkröten, die in der Charles Darwin Forschungsstation auf Galapagos untergebracht sind. Unser Ziel war es, ein geeignetes Zuchtweibchen für den einzigen Überlebenden der Insel Pinta („Lonesome George“) zu finden und die Anzahl von zusammenpassenden Zuchttieren für andere gefährdete Populationen zu erhöhen. Dazu wurden die Daten mit einer sehr großen Vergleichsdatensammlung von Haplotypen anhand von Contolregionen (CR) aus (mitochondrialer) mtDNS und von 9 Mikrosatelliten (Sequenzen) verglichen. Damit konnten sowohl die geographische Herkunft als auch die evolutive Abstammung der gehaltenen Individuen bestimmt werden. Alle Individuen hatten CR-Haplotypen und Multilocus Mikrosatelliten Genotypen, die identisch oder sehr ähnlich jener waren, die von bekannten ursprünglichen Populationen stammten. Es konnte allerdings keine eindeutige Partnerin für Lonesome George gefunden werden, allerdings wurden einige Tiere identifiziert, die einem nahe verwandten, aber dennoch geographisch distinkten mtDNS-Haplotyp angehörten. Ebenso wurden zahlreiche Schildkröten identifiziert, die einer anderen stark gefährdeten Inselpopulation (San Cristobal) angehörten. Letztere Individuen sind potentielle Kandidaten für ein Nachzuchtprogramm, um die Restbestände der natürlichen Population zu stärken. Die Daten zeigen, wie molekularbiologische Techniken dazu eingesetzt werden können, umfassendere Einsichten zu gewinnen, die zur Ausarbeitung von Plänen zum Artenschutzmanagement herangezogen werden können.

Seitenanfang