Barreto - 2020 - 01

Barreto, L., S. Neckel-Oliveira, L. E. de Sousa Ribeiro, R. B. M. Garcez, M. C. R. Calvet, C. C. Oliveira, B. G. van Zuidam, I. Roessink, E. H. Van Nes & E. T. H. M. Peeters (2020): Seasonal Variation in the Population Parameters of Kinosternon scorpioides and Trachemys adiutrix, and their Association with Rainfall in Seasonally Flooded Lakes. – Herpetological Conservation and Biology 15(2): 457-466.

Die saisonalen Unterschiede bei den Populationsparametern für Kinosternon scorpioides und Trachemys adiutrix und deren Assoziation mit Regenfällen in den saisonal überfluteten Seen.

DOI: None ➚

Maranhao-Schmuckschildkröte, Trachemys adiutrix, – © Kleber Cuhna
Maranhao-Schmuckschildkröte,
Trachemys adiutrix,
© Kleber Cuhna

Saisonal geflutete Seen sind im nordöstlichen Brasilien wichtige Areale für die Reproduktion und Ernährung von zwei Wasserschildkrötenspezies Kinosternon scorpioides die Skorpionsschlammschildkröte und Trachemys adiutrix, die brasilianische Maranhao-Schmuckschildkröte. Über einen Zeitraum von 6 Jahren fingen, markierten und vermaßen wir 183 K. scorpioides und 518 T. adiutrix und bestimmten deren Geschlechterverhältnis. Über die gesamte Studienperiode betrachtet lag das Geschlechterverhältnis für K. scorpioides ohne größere signifikante Schwankungen bei 1:1, wohingegen sich ein signifikant Männchen-dominiertes Verhältnis für T. adiutrix zeigte. Es ergaben sich für beide Arten keine signifikanten Beziehungen zwischen der relativen Abundanz und den durchschnittlichen monatlichen Regenmengen, obwohl wir in den trockneren Jahren signifikant mehr kleinere Weibchen von K. scorpioides und größere T. adiutrix Individuen beider Geschlechter (Männchen und Weibchen) fingen. Die saisonalen Besiedlungszeiten der Seen reichten von 14–90 Tagen bei K. scorpioides und 14-110 Tagen für T. adiutrix. Diese Besiedlungszeiten standen für beide Arten in keiner signifikanten Beziehung zu den durchschnittlichen monatlichen Regenfällen. Für K. scorpioides, lag der ermittelte jährliche weibliche Populationsanteil zwischen 14 und 78 Individuen während der der Männchen zwischen 16 und 88 Individuen schwankte. Die Abschätzungen für T. adiutrix lag für den weiblichen Populationsanteil zwischen 71 und 444 Individuen und jener für die Männchen reichte von 80 bis zu 515 Individuen. Diese Befunde deuten an, dass beide Schildkrötenspezies eine fest angestammte Besiedlungspopulation im Untersuchungsgebiet aufrechterhalten, aber tatsächlich distinkte Muster bei den jährlichen Unterschieden in Bezug zur Körpergröße und im Bezug zum Geschlechterverhältnis aufweisen die auf spezifische ökologische Bedingungen verweisen, die möglicherweise andeuten, dass unterschiedliche Arterhaltungsstrategien notwendig wären.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Wenn hier die Besiedlungsdauer der Tümpel nur so kurz ist wäre interessant wie die dann relativ langen Ästivationsdauern von beiden Arten und beiden Geschlechtern verbracht wird, die eventuell die Schwankungen bei den jährlichen Besiedlungsdichten für beide Spezies erklären könnten. Auch die hier festgestellten Größenunterschiede könnten davon beeinflusst sein.

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