Ashton, K. G., R. L. Burke & J. N. Layne (2007): Geographic variation in body and clutch size of gopher tortoises. – Copeia 2007 (2): 355-363.

Geographische Unterschiede bei der Körper- und Gelegegröße von Gopherschildkröten

Wir präsentieren Informationen zur Körper- und Gelegegröße für zwei Populationen von Gopherschildkröten (Gopherus polyphemus), die südlichsten Populationen, für die solche Daten verfügbar sind. Wir kombinieren diese Daten mit jenen aus 17 anderen Populationen, um die geographische Variationsbreite in Bezug auf die Körper- und Gelegegröße aufzuzeigen. Unsere Untersuchungsorte waren der Okeeheelee County Park, Palm Beach Co., Florida (OCP) und Archbold Biological Station, Highlands Co., Florida (ABS). Die mittlere Gelegegröße lag bei 8,2 und 6,3 und die mittlere weibliche Carapaxlänge betrug 308 mm und 274 mm im OCP und ABS. Im OCP zeigte die Gelegegröße eine polynomiale Beziehung zur Körpergröße, wobei die größten Gelege bei mittelgroßen adulten Körpergrößen gefunden wurden. Diese Beziehung mag in einem Bezug zum Alterungsprozess (bei sehr großen Weibchen) stehen. Die Gelegegröße im ABS war nicht signifikant mit der Körpergröße assoziiert. Die Unterschiede bei den Körpergrößen zwischen den Populationen stand in einer polynominalen Beziehung zum Breitengrad, der Temperatur, Produktivität und Saison. Die Körpergrößen waren am kleinsten bei intermediären (mittleren) Werten für alle untersuchten unabhängigen Parameter. Gopherschildkröten produzieren größere Gelege in Regionen, die südlicher liegen und wärmer sind, und dort ist auch die Produktivität größer und weniger von der Saison abhängig. Bezüglich der Variabilität bei den Umweltfaktoren lassen sich die Unterschiede der Gelegegröße am besten mit der Produktivität erklären. Zukünftige Studien anderer Populationen speziell aus den südlicheren Regionen werden benötigt, um die Signifikanz der offensichtlich einmaligen Beziehung von Gelegegröße und Körpergröße zu überprüfen, die im OCP beobachtet wurde, und um ferner abzuklären, warum und wie Körper- und Gelegegröße über das gesamte Verbreitungsgebiet hinweg variieren.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Sicher eine interessante Studie, die auch einmal zeigt, dass Gelegegröße nicht immer linear mit der Körpergröße korreliert sein muss, und dass die Alterung der Weibchen auch dazu beitragen könnte, dass die Gelege im hohen Alter wieder kleiner werden. Insofern mag es zwar ein großer Anspruch sein, die Variation für das gesamte Verbreitungsgebiet der Art zu erfassen, aber vielleicht hatten die Autoren ja nur Glück, sodass sie im Okeeheelee County Park eine noch sehr intakte Population mit einer ausgeglichenen Anzahl junger, mittelalter und sehr alter Weibchen vorfanden, die erklärt, warum sie diese besondere Beziehung von Gelegegröße zu Körpergröße nachweisen konnten. Insofern kann diese Beziehung sogar ein wichtiger Indikator für eine gesunde Altersstruktur einer Population sein, wohingegen in schon gestörten Populationen in denen bestimmte Altersklassen aus welchen Gründen auch immer unterrepräsentiert sind so etwas gar nicht mehr zeigen würden.
Klar, das ist nur eine Vermutung meinerseits, aber auch ich beobachte bei meinem ältesten Weibchen der Griechischen Landschildkröte, dass seit einigen Jahren die Eizahl drastisch abnimmt und oft pro Jahr nur noch zweimal zwei Eier abgelegt werden und nicht wie noch in den Jahrzehnten davor, wo 7-10 Eier ein Gelege ausmachten. Diesbezüglich sollte man aber auch einmal die Eigröße mit in solche Studien einbeziehen, denn die jüngsten Töchter dieses sehr alten Weibchens hatten oft schon Erstgelege, die aus 6-8 Eiern bestanden, die aber wesentlich kleiner waren als jene des Alttiers.

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