Anderson, N. J. & B. D: Horne (2009): Observations on the Nesting Ecology of the Mississippi Mud Turtle, Kinosternon subrubrum hippocrepis Gray. – Southeastern Naturalist 8 (3): 563-565.

Beobachtungen zur Nistökologie der Mississippi Schlammschildkröte Kinosternon subrubrum hippocrepis Gray

Oberflächennester sind häufig bei tropischen Sumpfschildkröten, aber äußerst ungewöhnlich und wenig dokumentiert für Spezies aus nördlicheren Regionen. Hier berichten wir über zwei unabhängige Beobachtungen zur oberflächlichen Eiablage bei Kinosternon subrubrum (Pennsylvania-Klappschildkröte) in einem Sumpfgebiet von Louisiana im November 2001 und März 2002. Die Gelege, von denen jedes nur ein einziges Ei enthielt, wurden auf einem künstlich errichteten Damm aus Lehm gefunden. Die adaptive Anpassung der Eiablage auf der Oberfläche einer kompakten Schicht aus Lehm erklärt sich möglicherweise daher, dass es einen Sauerstoffaustausch über die Eischale und die inneren Eihüllen des Embryos geben muss und um zu vermeiden, dass das Ei bei Hochwasser unter Wasser gerät. Beide Nester wurden während der Wintermonate angelegt, im Gegensatz zur normalen Nistsaison von Mai bis Juni.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Sollte es sich bei dieser Art der Nistplatzwahl wirklich um eine Anpassung an eine bestimmte Umweltsituation handeln, müsste man von der Annahme ausgehen, dass die Weibchen aus Erfahrung oder an diesem Nistplatz instinktiv eine oberflächliche Eiplatzierung wählten. Das würde aber vermuten lassen, dass die Weibchen sehr lernfähig sein müssen und dass sie ein besonderes Gespür für ganz bestimmte Umweltsituationen (Lehm, der vergrabene Eier luftdicht einschließen könnte) haben. Andernfalls müsste man annehmen, dass es zur oberflächlichen Ablage kam, weil der kompakte Lehmboden nicht grabfähig war und es zu so genannten Notablagen gekommen ist.

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