Aldabra-Riesenschildkröte, Aldabrachelys gigantea, – © Thorsten Geier
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Masi - 2023 - 01

Masi, M., A. Vetere, J. Casalini, F. Corsi, F. Di Ianni & G. Nardini (2023): Comparison of Subcutaneous versus Intramuscular Dexmedetomidine-Midazolam-Ketamine-Morphine (DMKM) Mixture as Chemical Restraint for Endoscopic Sex Determination in Aldabra Giant Tortoises (Aldabrachelys gigantea). – Animals 13(23): 3626.

Der Vergleich von einer subcutan versus intramuskulär verabreichten Dexmedetomidin-Midazolam-Ketamin-Morphin (DMKM) – Mixtur als chemische Ruhigstellung für eine edoskopische Geschlechtsbestimmung bei Aldabra-Riesenschildkröten (Aldabrachelys gigantea).

DOI: 10.3390/ani13233626 ➚

Aldabra-Riesenschildkröte, Aldabrachelys gigantea, – © Hans-Jürgen Bidmon
Aldabra-Riesenschildkröte,
Aldabrachelys gigantea,
© Hans-Jürgen Bidmon

Die Geschlechtsbestimmung mittels der Zölioskopie zählt zu den minimalinvasiven chirurgischen Techniken, die eingesetzt wird, um das Geschlecht bei Schildkröten durch die direkte Darstellung der inneren Geschlechtsorgane zu bestimmen. Ein adäquater Plan zur Anästhesie ist dabei essenziell, um die Ruhigstellung des Patienten zu gewährleisten und um zeitgleich Schmerzen während der chirurgischen Vorgehensweise zu vermeiden. Bei dieser Studie untersuchten wir die Auswirkungen einer Kombination von Dexmedetomidin (0,05 mg/kg), Mmidazolam (1 mg/kg), Ketamin (8 mg/kg) und Morphium (1 mg/kg) (DMKM) die nach dem Zufallsprinzip entweder intramuskulär (IM) oder subkutan (SC) bei 21 Aldabra-Riesenschildkröten (Aldabrachelys gigantea) in das rechte Antebrachium für eine zölioskopische Geschlechtsidentifizierung injiziert wurde. Es wurde die Herzschlagfrequenz (HR), die Atmungsfrequenz (RR) und die Körpertemperatur gemessen. Ebenso wurde der Skelettmuskeltonus der Thorax- und Beckenglieder (Beine), der Kopfeinzugsreflex, der neck retraction reflex, Palpebralreflex (Augenlid) sowie der Kiefertonus alle 15 min aufgezeichnet. Der Anästhesieplan wurde als adäquat befunden, wenn es zum Verlust des Thorax- und Beckengliederreflex kam. Nach einem 45-minütigen Intervall, wenn sich die Anästhesie als unzureichend für eine Zölioskopie erwies, wurden 5 mg Propofol/kg intravenös in den subcarapaxialen Venenplexus verabreicht. Am Ende des Eingriffs wurde mit einer intramuskulären Injektion von Atipamezol (0,5 mg/kg) und Flumazenil (0,05 mg/kg) in das Antebrachium die Narkose aufgehoben. Sowohl die Herzfrequenz wie auch die Atemfrequenz sanken auf 15 sowie 30 min. Aufgrund der Aufrechterhaltung der Thorax- und Beckengliederreflexe noch 45 min nach Einleiten der DMKM-Injektion 6/11 (55 % der Fälle) bei SC-Injektion war eine zusätzliche Gabe von Propofol notwendig. Im Vergleich dazu zeigte nur ein Tier von 10 (10 %) bei IM-Verabreichung (p = 0,05) keine vollständige Ruhigstellung. Die Erholungszeiten erwiesen sich sowohl für die IM-Gruppe wie auch für die SC-Gruppe als gleich. Bei dieser Studie erwies sich die intramuskuäre Verabreichung der DMKM-Kombination als erfolgreich zur schnellen Ruhigstellung der Individuen für die zölioskopische Geschlechtsbestimmung.

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