Eisemberg, C. C.; Rose, M.; Yaru, B.; Amepou, Y. & A. Georges (2015): Salinity of the coastal nesting environment and its association with body size in the estuarine pig-nosed turtle. – Journal of Zoology, 295: 65–74.

Der Salzgehalt der Nistplätze an der Küste und deren Assoziation mit der Körpergröße der das Delta besiedelnden Papua-Weichschildkröte.

Die küstennah lebenden Süßwassertiere zeigen vielfältige Anpassungen an ein marines Leben die als Übergangsstadien im Verlauf einer graduellen Evolution einer Süßwasserspezies zum Meerestier angesehen werden können. Unser Ziel war es die zeitlichen und räumlichen Assoziationen mit der Umwelt für die Papua-Weichschlidkröte, Carettochelys insculpta in ihren küstennahen Niststränden in der Kikori Region, Papua New Guinea (PNG) zu analysieren. Wir stellten ebenfalls ein Bezug zwischen der Nutzung küstennaher Regionen und der Größe her ebenso wie mit unterschiedlichen Populationen von C. insculpta und Spezies aus der Überfamilie der Trionychoidea. In ihrem gesamten Verbreitungsgebiet nistet C. insculpta während der trockneren Monate wenn entsprechende Sandbänke verfügbar sind. In PNG sorgen meist Regenfälle während der trockeneren Monate dafür dass der Salzgehalt ausgewaschen wird, sodass C. insculpta auf den Sandbänken der Küstenregion ablegt. In Australien bleiben die Salzgehalte in den Flussmündungen meist auch während der Nistsaison hoch und es kommt meist zu keinen Ablagen an der Küste. Es kommt aber in küstennahen Gewässern zu einer Zunahme der Körpergröße was nahe legt das Größe ein wichtiger Faktor zur Nutzung dieses Lebensraums ist. Es erscheint unwahrscheinlich dass weibliche C. insculpta mit weniger als 50cm (gebogene Carapaxlänge) es schaffen sich im Lebensraum der Küstennahen Kikori-Region zu behaupten. Wenn man diese Betrachtung ausdehnt auf die Überfamilie der Trionychoidea sieht man, das nur Arten die eine gestreckte Carapaxlänge von mehr als 37 cm aufweisen diese küstennahen Gewässer nutzen. Da die australische Küste keine nutzbaren Nisthabitate bietet gab es dort auch keinen Selektionsdruck hin zu einer größeren Körpergröße. Sicher auch das Gegenteil könnte zutreffen aber unsere Studie liefert ein Beispiel dafür welche Vorsicht angebracht ist bei der Interpretation evolutionärer Interpretationen bezüglich der Entwicklungstrends und deren Manifestation wenn nur ein begrenzter Teil im Verbreitungsgebiet einer Spezies untersucht worden ist.

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