Dodd, C. K. Jr., N. L. Hyslop & M. K. Oli (2012): The Effects of Disturbance Events on Abundance and Sex Ratios of a Terrestrial Turtle, Terrapene bauri. – Chelonian Conservation and Biology 11: 44–49.

Die Auswirkungen von Störungen auf die Vorkommenshäufigkeit und das Geschlechterverhältnis bei einer terrestrischen Schildkröte, Terrapene bauri.

Störungen können die Struktur von ökologischen Gemeinschaften beeinflussen, und ihre Auswirkungen können Konsequenzen für einzelne Arten nach sich ziehen, wozu Veränderungen in der Populationsdynamik und dem Langzeitvorkommen zählen. Auch ohne eine anfänglich hohe katastrophenartige Mortalitätsrate kann das Langzeitüberleben nach einer Störung reduziert sein und zum Populationsniedergang beitragen. Wir benutzten eine sechzehnjährige Fang-Markierung-Wiederfang-Studie, um die Auswirkungen eines katastrophalen Wirbelsturms und die Auswirkungen durch das Herausschneiden von invasiven Pflanzenarten auf die Überlebensfähigkeit, Häufigkeit und die Populationsentwicklung einer langlebigen, terrestrischen Schildkröte (Terrapene bauri) zu ermitteln. Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese Störungen im Habitat keine großen Langzeiteffekte in Bezug auf die Häufigkeit der Schildkröten nach sich ziehen. Tatsächlich wuchs die Population trotz dieser Störungen im Habitat, obwohl die Wiederfangwahrscheinlichkeit während der Zeit zurückging. Das tertiäre (adulte) Geschlechterverhältnis verschob sich zwar anfänglich für einen gewissen Zeitraum, aber erreichte über die Zeit wieder das gleiche wie vor den Störungen. Störungen können die Zuwachsraten und die Ausbreitungstendenzen verändern, aber sie scheinen nur geringe Langzeitauswirkungen in Bezug auf die Vorkommenshäufigkeit zu haben, solange die anfängliche Mortalitätsrate nicht zu hoch liegt und sich keine bedeutenden Veränderungen in Bezug auf die Nahrungsverfügbarkeit ergeben.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Nun hier auch wieder ein direkter Hinweis, dass Schildkröten durchaus anpassungsfähig sind und sich auch vermehren, solange keine nicht mit dem Überleben vereinbare Veränderungen eintreten. Eigentlich eine Voraussetzung, die man allein schon daraus schließen kann, dass man die Arten in Zoos oder auch privat in artifizieller Umgebung halten und züchten kann, denn ohne diese Anpassungsfähigkeit wäre das nicht möglich. Dennoch sollte man aber nicht davon ausgehen, dass sich durch solche Ereignisse nicht auch langfristig Veränderungen bei den Tieren gerade als Anpassungen an veränderte Bedingungen einstellen. Siehe dazu auch Kommentare zu: Crews et al. (2006), Dodd et al. (2006), Dodd & Dreslik (2008).

Literatur

Crews, D., W. Lou, A. Fleming & S. Ogawa (2006): From gene networks underlying sex determination and gonadal differentiation to the development of neural networks regulating sociosexual behavior. – Brain Research 1126: 109–121 oder Abstract-Archiv.

Dodd, C. K. Jr, A. Ozgul & M. K. Oli (2006): The influence of disturbance events on survival and dispersal rates of Florida box turtles. – Ecological Applications 16 (5): 1936–1944 oder Abstract-Archiv.

Dodd, C. K. & M. J. Dreslik (2008): Habitat disturbances differentially affect individual growth rates in a long-lived turtle. – Journal of Zoology 275: 18–25 oder Abstract-Archiv.

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