Wang, J., S. Gong, H. Shi, Y. Liu & E. Zhao (2011): Reproduction and Nesting of the Endangered Keeled Box Turtle (Cuora mouhotii) on Hainan Island, China. – Chelonian Conservation and Biology 10(2): 159–164.

Reproduktion und Eiablage bei der bedrohten Dreikiel-Dosenschildkröte (Cuora mouhotii) auf der Insel Hainan, China.

DOI: 10.2744/CCB-0868.1

Wir untersuchten Reproduktion und Nistverhalten bei der Dreikiel-Dosenschildkröte (Cuora mouhotii) während der Jahre 2003 und 2009 auf der Insel Hainan, China. Wir fanden die ersten graviden (Eier tragenden) Schildkröten am 28 April, und die Eiablagen erfolgten von Mai bis Juli mit einem Gipfel Mitte Juni. Wir beobachteten das erste frische Nest am 1. Juni und das letzte am 27. Juli. Einige Weibchen legten die Eier eines Geleges in zwei Nester. Die Gelegegröße reichte von 1 bis 5 Eiern. Die durchschnittlichen Eimaße zeigten eine Länge von 4,5 cm und eine Breite von 2,7 cm, bei einer Masse von 19,8 g. Es ergab sich keine signifikante Beziehung zwischen Körpergröße (Masse, Länge, Höhe und Breite) und Gelegegröße oder Eigröße. Die Gelegegröße war signifikant mit dem Eigewicht und der Eibreite korreliert. Möglicherweise tragen die niedrige Befruchtungsrate, die niedrige Schlupfrate und die lange Zeit bis zum Erreichen der Geschlechtsreife dazu bei, dass C. mouhotii eine niedrige inrinsische Rate für einen Populationszuwachs zeigt. Letzteres erfordert in Kombination mit dem Übersammeln der Bestände und der Habitatzerstörung die Entwicklung effektiverer Erhaltungsstrategien für diese bedrohte Art.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Neben den eigentlichen Fakten zur Nistbiologie stellt sich mir beim Lesen solcher Arbeiten oft die Frage: Gibt es eigentlich auch nicht bedrohte Schildkröten? Wenn schon die Rotwangen-Schmuckschildkröte in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet in den USA bedroht ist, fragt man sich doch, ob man bei solchen Arbeiten nicht viel Text sparen könnte, wenn man auf die Erwähnung einer Bedrohung oder Gefährdung verzichten würde. Wenn ich eine Reihe von Arbeiten über Schildkröten durchlese, hat man spätestens nach der fünften den Eindruck, dass allein schon das Wort Schildkröte mit Gefährdung gleichzusetzen ist. Auch die sich gebetsmühlenartig wiederholende Forderung nach besseren Erhaltungsmaßnahmen wirkt entweder abstumpfend oder wirft die Frage auf: Warum ist es so schwer, nach so vielen Jahren des Forderns welche zu implementieren? Reicht der akademische Bildungsgrad nicht aus, um zu erkennen, was nötig ist, oder ist es das Diktat der Märkte und des Geldes, die von vornherein alles verhindert, so dass Gefährdungsgrade und Schutzstatuten nur Alibifunktionen erfüllen?

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