Khan, M. Z., R. Kanwal & S. A. Ghalib (2018): Study of freshwater turtles in selected districts of Sindh-Pakistan: Threats, illegal trade and conservation. – Journal of Animal and Plant Sciences 28(3): 915-926.

Eine Studie über die Süßwasserschildkröten in ausgewählten Distrikten von Sindh-Pakistan: Gefährdungen, illegaler Handel und Erhaltung.

Populationserhebungen für Süßwasserschildkröten wurden an ausgewählten Orten in sieben Distrikten von Sindh durchgeführt. Zweijährige Erhebungen wurden von 2015 bis 2016 durchgeführt. Acht Spezies an Süßwasserschildkröten wurden für Sindh aufgezeichnet. In 2015 war die häufigste Art Lissemys punctata (16.93%) wobei sie in den meisten der Distrikte von Sindh vertreten war. Pangshura tecta (13.05%) und Geoclemys hamiltonii (13.49%) wurden auch als allgemein verbreitete Populationen erfasst, während die Populationen von Nilssonia hurum (11.56%) als weniger häufig eingestuft wurden. Chitra indica (9.23%) wurde als selten eingestuft. In 2016 zeigte sich für die meisten Schildkrötenarten schon eine leichte Abnahme, Lissemys punctata (15.08%), Pangshura tecta (12.74%), Geoclemys hamiltonii (12.02%), Nilssonia hurum (12.6%). Die höchste Rate für den Shannon-Diversitätsindex (2.07) wurde im Sukkur-Distrikt festgestellt, wobei auch der Gleichheitsindex mit (0.406) für diesen Distrikt hoch lag. Bejagung und der illegale Handel sind die Hauptgründe für die Bestandsgefährdung und das Überleben der Tiere. Andere Faktoren sind ihre Verwendung für pharmazeutische Produkte sowie zur Ernährung aber auch deren Verwendung als Haustiere. Es wurden verschiedene Maßnahmen zum Schutz und zur Erhaltung durch die IUCN, das Sindh Wildlife Department, Zoological Survey Department, und das Department of Zoology (Wildlife Section) der Universität Karachi ergriffen.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Ob diese Lokalitäten-bezogene Listung und Darstellung der Daten, dem zukünftigen Schutz dieser Arten dienlich sein wird muss sich wohl erst noch zeigen. Denn trotz der relativ umfangreichen Liste der Institutionen die sich nun um die Erhaltungsmaßnahmen kümmern muss auch die Frage erlaubt sein – Wie wirkungsvoll die Maßnahmen sind? Da sind – wie die Vergangenheit andern Orts zeigt – durchaus Zweifel angebracht! Auch der noch als leicht bezeichnete Rückgang bei den verschiedensten Populationen zwischen 2015 und 2016 könnte auch darauf hinweisen, dass es beben gerade solche Studiendaten sind die auch Wilderern den Weg zu neuen Jagdgründen weisen. Denn meistens ist dort wo noch gute Populationen vorhanden sind der Verbrauch an Exemplaren durch die ortansässige Bevölkerung noch gering und tolerierbar und beginnt sich meist erst ins Gegenteil zu wandeln, wenn entsprechende Händlernachfragen von außerhalb kommen und gute zusätzliche Einkommen in Aussicht stellen. Daran ändern aber dann die Schutzmaßnahmen der gelisteten Institutionen auch wenig zumal sie ja meist gar nicht mal ständig Personal auf breiter Basis vor Ort haben können.

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