Garbin, R. C., D. T. Karlguth, D. S. Fernandes & R. R. Pinto (2016): Morphological variation in the Brazilian Radiated Swamp Turtle Acanthochelys radiolata (Mikan, 1820) (Testudines: Chelidae). – Zootaxa 4105(1): 45–64.

Morphologische Unterschiede bei der brasilianischen Strahlen-Plattschildkröte, Acanthochelys radiolata (Mikan, 1820) (Testudines: Chelidae).

DOI: 10.11646/zootaxa.4105.1.2

Die Süßwasserschildkröte Acanthochelys radiolata (Mikan, 1820) besiedelt endemisch die atlantischen Waldgebiete Brasiliens und es gibt nur wenige Untersuchungen zur Morphologie, und geographischen Variationsbreite sowie zur Taxonomie dieser Art. In dieser Arbeit beschreiben wir die morphologische Variationsbreite, den Geschlechtsdimorphismus und die ontogenetischen Veränderungen bei A. radiolata innerhalb ihres Verbreitungsgebiets. Wir untersuchten 118 morphologische Charaktere bei 41 Exemplaren sowohl quantitativ wie auch qualitativ und führten statistische Analysen durch, um die Größen- und Formunterschiede innerhalb unserer Probensammlung zu erfassen. Die morphologischen Analysen ergaben, dass A. radiolata eine polymorphe Art darstellt, insbesondere was die Färbung und die Form anbelangt. Zwei Zeichnungsmuster wurden für den Carapax und drei für das Plastron festgestellt. Die diagnostischen Charaktere für die Art wie die abgerundeten Tuberkel am Nacken als auch der flache dorsale Sulcus (Einsenkung) zwischen dem zweiten und vierten Wirbelschild variierten deutlich. Acanthochelys radiolata zeigte zudem ausgeprägte ontogenetische Unterschiede, die durch einen deutlichen Wechsel im Zeichnungsmuster des Plastrons und der Beine sichtbar wurden, wobei dieser Farbwechsel mit dem vierten Lebensmonat einsetzte. Geschlechtsdimorphismen wurden erstmals für 9 der morphometrischen Parameter beobachtet, wobei Weibchen eine größere Körpergröße als Männchen erreichten. Anhand der Ergebnisse schließen wir, dass es sich bei A. radiolata um eine einzige polymorphe Art handelt, deren Verbreitung sich auf das Tiefland der atlantischen Waldgebiete Brasiliens beschränkt und sich vom Bundesstaat Alagoa bis nach Rio de Janeiro und den Süden des Bundesstaats von Minas Gerais erstreckt.

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