duPre', S. A., C. R. Tracy, F. C. Sandmeier & K. W. Hunter (2012): A quantitative PCR method for assessing the presence of Pasteurella testudinis DNA in nasal lavage samples from the desert tortoise (Gopherus agassizii). – Journal of microbiological methods, 91(3): 443–447.

Eine quantitative PCR-Methode zum Nachweis von Pastorella testudines DNS in Nasenspülproben von Wüstenschildkröten (Gopherus agassizii).

DOI: 10.1016/j.mimet.2012.09.004

Pasteurella testudinis ist ein Erreger, der mit oberen Atemwegsinfektionen (URTD) einhergeht, die viele Wüstenschildkrötenbestände (Gopherus agassizii) bedrohen. Unser Ziel war es eine sensitive und spezifische qPCR-Methode zum Nachweis der DNS von P. testudinis in Nasenspülproben zu entwickeln, die bei Wüstenschildkröten gesammelt wurden. Dazu wurden Proben der Gene für die 16S ribosomale RNS und RNS-Polymerase-beta-Untereinheit (rpoB) hergestellt. Anschließend wurde eine Standardkurve mit DNS verwendet, die aus einer genau in der Durchflusszytometrie bestimmten, definierten Anzahl dieser Bakterien stammte, um die Detektionsuntergrenze zu ermitteln, wobei sich zeigte, dass noch 50fg/ml (10 Bakterien/ml) nachgewiesen werden können. Es zeigte sich, dass das Nasensekret keine den Test störenden Substanzen enthält und dass die qPCR-Methode keine DNS der anderen Nasenflora anzeigte. Danach testeten wir Nasenspülproben von 20 Wüstenschildkröten, die im Clark County, Nevada, USA in 2007 gefangen worden waren und seitdem im Desert Tortoise Conservation Center lebten, wobei sich zeigte, dass alle Schildkröten anhand der qPCR positiv für P. testudinis DNS waren. Es wurden dann weitere 19 Nasenspülproben untersucht, die 2010 bei wild lebenden Wüstenschildkröten in der Mojave-Wüste gesammelt worden waren, und auch hier waren 84 % positiv für P. testudinis DNS. Voll entwickelt stellt diese qPCR-Methode ein Werkzeug zur Ermittlung der Befallsrate dar. Wenn die Methode zusammen mit serologischen Tests und einer klinischen Untersuchung eingesetzt wird, lassen sich sowohl die Infektionsrate als auch die Erkrankungsrate für dieses potentielle URTD-Pathogen bestimmen. Somit stellt dieser Assay ein wesentliches Werkzeug für das Populationsmanagement der bedrohten Mojave Wüstenschildkröte dar.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Sie sehen, die Methodenentwicklung geht zumindest in den USA weiter und zeigt uns hier wieder einmal mehr, dass Atemwegsinfektionen bei Landschildkröten nicht nur durch Mykoplasmen oder Viren verursacht werden. Wundern Sie sich also nicht, wenn ihre Schildkröte trotz negativem Virus- oder Mykoplasmenbefund auch weiterhin ihren Schnupfen zu pflegen scheint, denn er kann auch andere Ursachen haben, die unsere Veterinäre hierzulande noch gar nicht nachweisen.

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