Roe, J. H., K. H. Wild & M. S. Chavez (2019): Responses of a forest-dwelling terrestrial turtle, Terrapene carolina, to prescribed fire in a Longleaf Pine ecosystem. – Forest Ecology and Management 432: 949-956.

Die Reaktionen einer am Waldboden lebenden Landschildkröte, Terrapene carolina, auf geplante Brände innerhalb eines Langnadelkieferwaldökosystems.

DOI: 10.1016/j.foreco.2018.10.026

Carolina-Dosenschildkröte, Terrapene carolina – © Hans-Jürgen Bidmon
Carolina-Dosenschildkröte,
Terrapene carolina
© Hans-Jürgen Bidmon

Absichtlich geplante Brände werden im Allgemeinen dazu benutzt um bestimmte Waldmanagementziele zu erreichen. Bedingt durch ihre begrenzten Bewegungsmuster sind Landschildkröten dabei einem erhöhten Verletzungsrisiko und Mortalitätsrisiko ausgesetzt wobei sie Feuer-bedingte Fitnesseinschränkungen die sich auf Populationsniveau bewegen unterliegen. Mittels der Radiotelemetrie untersuchten wir die Reaktionen von östlichen Dosenschildkröten, Terrapene carolina carolina, auf angeordnete Waldbrände im Sandhügel-Langnadelkiefernwald über fünf Jahre hinweg und wir verglichen unsere Ergebnisse mit denen von einer nahegelegenen Population die eine nicht durch Feuer beeinträchtigte Küstenregion besiedelten. Die individuellen Unterschiede in Bezug auf die Überlebensrate der Schildkröten ergaben sich aus der Häufigkeit und Intensität mit der die gemanagten Flächen abgebrannt wurden. Dabei lag die aufs Jahr bezogene Überlebensrate bei 94,5% auf nicht abgebrannten Flächen und sie reduzierte sich bis auf 45.9% auf den am häufigsten und intensivsten durch Feuer gemanagten Flächen. Die Schildkröten der durch Feuer gemanagten Sandhügel hatten eine 4,9% niedrigere Überlebensrate im Vergleich zu jener in der Küstenregion wobei Weibchen zusätzlich gegenüber den Männchen eine um 6.8% geringere Überlebensrate aufwiesen. Die Überlebensrate schwanke auch mit der Saison wobei die höchsten Mortalitätsraten im Winter und im Frühjahr beobachtet wurden was wiederum insbesondere für die Weibchen zutraf. Die Wachstumsraten und die Körperkondition zeigten keine Unterschiede zwischen den Vergleichsflächen und zwischen den unterschiedlich intensiv abgebrannten Flächen. Obwohl die Mortalitätsrate auf den abgebrannten Flächen größer war und deutliche regionale Schwankungen aufwies, ergab sich über die Gesamtfläche gerechnet eine Überlebensrate von 86-90% und zwar sowohl für Weibchen als auch für Männchen. Letztere war vergleichbar mit anderen stabilen Populationen von T. carolina. Die gegen alle Erwartungen geringere Gesamtmortalitätsrate auf den Feuer-gemanagten Flächen lag wohl hauptsächlich daran, dass die Schildkröten innerhalb des Langnadelkiefernwaldes feuchte Senken bevorzugten die von Harthölzern bewachsen waren oder sich in der Nähe von Bachläufen befanden die als Rückzugsgebiete vor den Bränden schützten. Deshalb sollte dort wo die Erhaltung von T. carolina eine Priorität hat von den Landmanagern dafür gesorgt werden, dass vor den Bränden schützende Rückzugsgebiete mit in das Flächenmanagement integriert werden, um die unbeabsichtigten, negativen Erhaltungsauswirkungen auf die Schildkrötenpopulationen abzumildern.

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