Frew, S. E., S. M. Sammut, A. F. Shore, J. K. Ramjist, S. Al-Bader & R. Rezaie (2008): Chinese health biotech and the billion-patient market: Chinese government support and „sea turtles“ are spurring the sector, but investors lack exits. – Nature Biotechnology 26(1): 37-53.

Chinas Gesundheitsbiotechnologie und der Milliarden-Patienten-Markt

DOI: 10.1038/nbt0108-37

Nun, wer diesen Übersichtsartikel liest, ist überrascht mit welchen Marktchancen, aber auch medizinischen Problemen diese bevölkerungsstärkste Nation zu kämpfen hat. Trotz dieser Aufgaben bringt gerade der Gesundheitssektor enorme wirtschaftliche Zuwachsraten. Wie man vermuten könnte, bezieht sich hier der Begriff „sea turtle“ aber nicht auf eine zunehmende Ausbeutung der Meeresschildkröten für medizinische Zwecke: Nein, die „sea turtles“ sind der chinesischen Regierung aus einem ganz anderen Grund – ins Positive – Bewusstsein gerückt, denn als „sea turtles“ bezeichnet man dort im ökonomischen Sinn, chinesische Wissenschaftler, die (am besten mit einer Hand voll Patenten) aus dem Ausland nach China zurückkehren („natal homing“) und dort Pharmafirmen gründen und aufbauen. Lediglich eine dieser neuen Firmen beschäftigt sich auch indirekt erfolgreich mit Meeresschildkröten assoziierten Erkrankungen, indem sie auf Schildkröten-Papilloma-Viren zurückgreift, um Impfstoffe gegen HIV zu entwickeln (eigentlich eine Idee aus den USA).

Kommentar von H.-J. Bidmon

Sollte man nicht versuchen, auch die restlichen terrestrischen und semiterrestrischen Arten der chinesischen Regierung unter ökonomischen Aspekten im Positiven etwas näher zu bringen? Vielleicht würde das zu deren Erhaltung wesentlicher beitragen, als nur nach Schutzmaßnahmen zu rufen. Der plakative Anfang wäre hier doch schon gemacht. Oder müsste man besser mit gutem Beispiel vorangehen? Denn die Antworten auf die Frage, nennen Sie mir ein Land und ein Verhalten, das mit dem Buchstaben C anfängt, lautet wohl immer noch „China and Copy“.

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