Kalifornische Gopherschildkröte, Gopherus agassizii, – © H. Bradley Shaffer
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Berry - 2024 - 01

Berry, Kristin H., Mary M. Christopher & Elliott R. Jacobson (2024): Potentially toxic elements in wild Agassiz's desert tortoises: tissue concentrations and association with disease. – Frontiers in Veterinary Science 11: 1481367.

Potentiell toxische Elemente im Körper wildlebender Kalifornischer Gopherschildkröten: Gewebekonzentrationen und deren Assoziation mit Krankheiten.

DOI: 10.3389/fvets.2024.1481367 (externer Link)

Kalifornische Gopherschildkröte, Gopherus agassizii, – © H. Bradley Shaffer
Kalifornische Gopherschildkröte,
Gopherus agassizii,
© H. Bradley Shaffer

Hintergrund: Die Populationen der Wüstenschildkröte (Gopherus agassizii) sind aufgrund von Infektions- und anderen Krankheiten, Raubtieren und Veränderungen des Lebensraums weiter zurückgegangen. Der mögliche Einfluss von Mineralien und Schwermetallen auf die Gesundheit und Krankheitsanfälligkeit von Schildkröten ist nach wie vor unzureichend untersucht.
Ziel: Ziel dieser Studie war die Auswertung der Ergebnisse der Elementanalyse von Spurenelementen, Makromineralien und Schwermetallen in Hornschuppen, Nieren und Leber von kranken und sterbenden Wüstenschildkröten, die zwischen 1993 und 2000 für eine Autopsie geborgen wurden.
Methoden: Die geborgenen Schildkröten wurden nach Größe (erwachsen, jung), geografischer Lage und primärer Erkrankung auf der Grundlage der Sektionsbefunde kategorisiert. Eine Untergruppe von Schildkröten, die durch ein Fahrzeug oder durch Raubtiere verletzt oder getötet wurden, aber keine nennenswerten pathologischen Anomalien aufwiesen, wurde zum Vergleich mit erkrankten Schildkröten herangezogen. Der Elementtyp wurde in Hornschuppen-, Nieren- und Leberproben mittels induktiv gekoppelter Plasmaspektrometrie und Atomabsorptionsspektrophotometrie analysiert.
Ergebnisse: Es wurden 46 Schildkröten, darunter 9 Jungtiere, aus 5 Regionen in der Colorado- und Mojave-Wüste in Kalifornien seziert. Die häufigsten Erkrankungen waren kutane Dyskeratose (n = 9), Infektionen/Entzündungen (n = 8), Mangelernährung (n = 7), Mykoplasmose (n = 5) und Urolithiasis (n = 3); 14 Schildkröten starben an einem Trauma. Die Konzentrationen der Elemente unterschieden sich je nach Gewebe, Größe, Wüstenregion und Krankheitsstatus (p < 0,05). Schildkröten mit kutaner Dyskeratose wiesen höhere Se-Konzentrationen auf, vor allem in Keratin und Leber, als Schildkröten mit anderen Krankheiten (p < 0,001). Bei Jungtieren war die Wahrscheinlichkeit höher als bei ausgewachsenen Tieren, dass sie hohe Pb-, Sn- und Zn-Werte aufwiesen (p < 0,05). Bei allen Schildkröten konnten nachweislich mehr als ein potenziell toxisches Schwermetall festgestellt werden, darunter As, Cd, Cr, Hg, Ni, Pb, Sn und V.
Schlussfolgerung: Potenziell toxische Elemente werden häufig in Geweben von Schildkröten in Wüstenregionen Kaliforniens gefunden, wobei kranke Schildkröten höhere Konzentrationen aufweisen. Die Exposition gegenüber Metallen durch Böden, Bergbau, historische und laufende militärische Aktivitäten und andere menschliche Aktivitäten könnte die Anfälligkeit für Krankheiten bei Wüstenschildkröten erhöhen.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Siehe dazu auch Beale et al., (2024) und Bidmon (2024).

Literatur

Beale, David J., Duncan Limpus, Georgia Sinclair, Utpal Bose, Nicholas Bourne, Sally Stockwell, Damian C. Lettoof, Rohan Shah, Thao V. Nguyen, Viviana Gonzalez-Astudillo, Christoph Braun, Albert Myburgh, Brenda Baddiley, Taka Shimada, Colin Limpus & Suzanne Vardy (2024a): Forever chemicals don't make hero mutant ninja turtles: Elevated PFAS levels linked to unusual scute development in newly emerged freshwater turtle hatchlings (Emydura macquarii macquarii) and a reduction in turtle populations. – Science of The Total Environment 956: 176313 oder Abstract-Archiv.

Bidmon, H.-J. (2024) Kommentar zu Pereira, A. G., A. Antonelli, D. Silvestro & S. Faurby (2024): Two Major Extinction Events in the Evolutionary History of Turtles: One Caused by an Asteroid, the Other by Hominins. – The American Naturalist 203(6): 644-654 oder Abstract-Archiv.

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