Hilton, Michael L., Celina Ceballos, George L. Heinrich & Jeffrey M. Goessling (2024): Social and Spatial Structure of Male-Female Interactions in Gopher Tortoises, Gopherus polyphemus. – Journal of Herpetology 58(3): 251-260.
Die soziale und räumliche Struktur von Interaktionen zwischen Männchen und Weibchen bei Gopherschildkröten, Gopherus polyphemus.
DOI: 10.1670/23-055 ➚

Gopherus polyphemus,
© Tracey D. Tuberville
Analysen sozialer Netzwerke sind selten, obwohl sie ein großes Potenzial haben, komplizierte Details der Verhaltensökologie von Wildtieren zu beleuchten und grundlegende Erkenntnisse für Naturschutzpraktiken zu gewinnen. Anhand sozialer Interaktionen, die während eines Jahres mit 5-Sekunden-Intervallfotografie aufgezeichnet wurden, führten wir Analysen sozialer Netzwerke von Gopherschildkröten (Gopherus polyphemus) durch. G. polyphemus sind charismatische, von Populationsrückgängen betroffene, mittelgroße Schildkröten, die auf ihren Lebensraum bezogen, spezialisierte Endemiten im Südosten der Vereinigten Staaten darstellen. Wir führten auch eine gleichzeitige radiotelemetrische Studie an Schildkröten durch, die in unserer Studienpopulation enthalten waren, um festzustellen, ob die Lage des jeweiligen Lebensraums mit der Zugehörigkeit zu verschiedenen sozialen Netzwerken von Schildkröten übereinstimmt. Wir fanden starke statistische Belege für das Vorhandensein nicht zufälliger sozialer Netzwerke, die sich aus den Paarungsbeziehungen zwischen Männchen und Weibchen ergaben. Das einfachste soziale Netzwerk umfasste zwei verschiedene „Cliquen“, die räumlich getrennt waren. Jede Clique enthielt eine ähnliche Anzahl von Männchen und Weibchen. Das Verständnis dieses grundlegenden Aspekts des Verhaltens von Schildkröten sollte in der Populationsbiologie nicht nur von Schildkröten, sondern auch von anderen Reptilien von entscheidender Bedeutung sein. Unsere Ergebnisse sollten die Protokolle für eine erfolgreiche Erhaltung dieser Schlüsselart beeinflussen.
Kommentar von H.-J. Bidmon
Hier wurde ein oft vernachlässigter wesentlicher Aspekt in der Schildkrötenbiologie untersucht, der zumindest für Gopherschildkröten zu erwartende Erkenntnisse lieferte. Sicher sind diese Befunde auch habitatabhängig in Bezug auf die Ressourcenverfügbarkeit. Zu erwarten deshalb, weil zumindest für die Gattung bekannt ist das sowohl der Genfluss über weite Distanzen aufrechterhalten wird (Averill-Murray & Averill- Murray, 2005) und zudem bekannt wurde, dass das Darmmikrobiom sich in solchen Verwandtschaftsbeziehungen widerspiegelt (Yuan et al., 2015). Siehe auch Kelly & Mendonica (2020) und Moon et al. (2006).
Literatur
Averill-Murray, R. C. & A. Averill-Murray (2005): Regional-scale estimation of density and habitat use of the Desert Tortoise (Gopherus agassizii) in Arizona. – Journal of Herpetology 39(1): 65-72 oder im Abstract-Archiv.
Bulova, Susan J. (1997): Conspecific chemical cues influence burrow choice by desert tortoises (Gopherus agassizii). – Copeia 4: 802-810; DOI: 10.2307/1447297 (externer Link).
Kelley, M. D. & M. T. Mendonça (2020): Mental gland secretions as a social cue in gopher tortoises (Gopherus polyphemus): tortoise presence stimulates and maintains social behaviour with chemical cues. – Acta Ethologica 24(2021): 1-8 oder im Abstract-Archiv.
Moon, J. C., E. D. McCoy, H. R. Mushinsky & S. A. Karl (2006): Multiple paternity and breeding system in the gopher tortoise, Gopherus polyphemus. – Journal of Heredity 97(2): 150-157 oder im Abstract-Archiv.
Yuan M. L., S. H. Dean, A. V. Longo, B. B. Rothermel, T. D. Tuberville & K. R. Zamudio (2015): Kinship, inbreeding, and fine-scale spatial structure influence gut microbiota in a hindgut-fermenting tortoise. – Molecular Ecology 24(10): 2521-2536 oder im Abstract-Archiv.
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Gopherus polyphemus – Georgia-Gopherschildkröte