Mittelländische Sumpfschildkröte, Emys orbicularis galloitalica, Fundort: Calabria, Italy – © Victor Loehr
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Orioli - 2026 - 01

Orioli, Valerio, Pietro Tirozzi, Olivia Dondina, Norberto Chiodini, Simone Masin & Luciano Bani (2026): Assessment of the health status of a reintroduced headstarted population of Emys orbicularis galloitalica through the analysis of weight and size growth curves and allometries. – The European Zoological Journal 93(1): 403-411.

Die Erhebung des Gesundheitsstatus für eine Wiederangesiedelten Population von Emys orbicularis galloitalica die einem Headstart-Programm entstammten, anhand von Gewichts- und Wachstumskurven.

DOI: 10.1080/24750263.2026.2635796 (externer Link)

Mittelländische Sumpfschildkröte, Emys orbicularis galloitalica, – © Victor Loehr
Mittelländische Sumpfschildkröte,
Emys orbicularis galloitalica,
Fundort: Calabria, Italy
© Victor Loehr ➚

Biometrische Messungen können als Indikatoren für den Gesundheitszustand von Wildtierpopulationen dienen, und Abweichungen von den erwarteten Trends können auf Stress, Krankheit oder Ressourcenknappheit hindeuten. Diese Studie bewertet den Erfolg der Wiederansiedlung einer im Headstart-Programm aufgezogenen Population europäischer Sumpfschildkröten durch die Analyse individueller Wachstumsraten und Allometrien. Von 2016 bis 2018 wurden drei Gruppen von Schildkröten, die zwei unterschiedliche Aufzuchtprotokolle in Gefangenschaft durchlaufen hatten, freigelassen, insgesamt 32 Individuen. Zur Erfassung biometrischer Daten wurden von 2017 bis 2022 acht Fangaktionen durchgeführt. 29 von 32 Individuen wurden wieder eingefangen, wobei 17 als Männchen und 9 als Weibchen identifiziert wurden. Die erste Gruppe, die vor der Freilassung im Winter Winterschlaf hielt, war bei der Freilassung kleiner und leichter, wuchs jedoch schneller als die beiden anderen Gruppen, die keinen Winterschlaf hielten; darüber hinaus stellten wir beim Vergleich der ersten Gruppe mit den beiden anderen einen signifikanten Unterschied in der allometrischen Beziehung zwischen Gewicht und Panzerlänge fest, der auf eine geschlechtsabhängige unterschiedliche Gewichtszunahme zwischen den Gruppen zurückzuführen war. Trotz Einschränkungen hinsichtlich der Stichprobengröße und Ungleichgewichte fanden wir Hinweise darauf, dass die erfolgreiche Wiederansiedlung mehrerer Bestände von Individuen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten freigelassen wurden, auf das gleichzeitige Wirken der Aufzuchtstrategie und der intraspezifischen Konkurrenz innerhalb des Geschlechts, um Nahrung oder Raum zurückzuführen sein könnte.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Die Arbeit enthält farbige Abbildungen auch zum Biotop. Was hier aber am auffälligsten ist, ist die Feststellung, dass die weiblichen Schildkröten aus der ersten Gruppe, die im Gegensatz zu den Gruppen II und III im Headstart-Programm überwintert worden war, schneller wuchsen als jene aus den beiden anderen Gruppen und deutlich größer waren als alle Männchen aus allen drei Gruppen und das, obwohl die ausgewilderten Jungtiere aus Gruppe I durchschnittlich 30mm kürzer waren als jene aus den Gruppen II und III. Ob hier die Überwinterung einen deutlichen positiven Einfluss auf das Wachstum weiblicher Individuen hat, bleibt abzuwarten und ist sicherlich eine eigene Untersuchung wert.

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