Bells Schnappschildkröte, Myuchelys bellii, ein Schlüpfling – © Louise M. Streeting
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McKnight - 2026 - 01

Mcknight, Donald T., Deborah Sheena Bower, C. Ventura, Lou M. Streeting & Eric J. Nordberg (2026): Social clustering behavior in hatchling western saw‐shelled turtles (Myuchelys bellii). – Journal of Zoology 329(2): 156-167.

Eine Neigung zur sozialen Gruppenbildung bei den Schlüpflingen von Bells Schnappschildkröte (Muychelis belli).

DOI: 10.1111/jzo.70117 (externer Link)

Bells Schnappschildkröte, Myuchelys bellii, – © Bruce C. Chessman
Bells Schnappschildkröte,
Myuchelys bellii,
© Bruce C. Chessman

Die Aufzucht in Gefangenschaft und das „Head Starting“ sind unschätzbare Instrumente im Naturschutz, doch der Erfolg dieser Bemühungen hängt oft davon ab, ob die Tiere angemessen auf die Herausforderungen und sozialen Umgebungen vorbereitet werden, denen sie in freier Wildbahn begegnen werden. Die Bedeutung früher sozialer Umgebungen ist bei Vögeln und Säugetieren gut dokumentiert, doch Reptilien wurde bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl „Head Starting“ häufig angewendet wird und komplexe soziale Verhaltensweisen bei Reptilien zunehmend anerkannt werden. In dieser Studie untersuchten wir das frühe Sozialverhalten von in Gefangenschaft aufgezogenen Jungtieren der Westlichen Bells Schnappschildkröte (Myuchelys bellii), um festzustellen, (1) ob sie sich dafür entschieden, sich gemeinsam auf einer einzigen Plattform zu sonnen oder sich über die Plattformen zu verteilen (unabhängig von der Verwandtschaft), (2) ob sie sich auf derselben Sonnenplattform zusammenballten oder sich zufällig verteilten (unabhängig von der Verwandtschaft), (3) ob sie sich überwiegend auf Plattformen mit Verwandten oder mit Nicht-Verwandten sonnen, (4) ob sie sich auf einer bestimmten Plattform enger mit Verwandten als mit Nicht-Verwandten gruppieren. Wir fanden Hinweise darauf, dass die Schildkröten es vorzogen, sich nachts gemeinsam auf derselben Plattform zu sonnen (anstatt sich auf verschiedene Sonnenplattformen zu verteilen), tagsüber jedoch nicht (Frage 1), und wir fanden starke Hinweise darauf, dass sich die Schildkröten auf derselben Plattform enger zusammenballten, als es der Zufall erwarten lassen würde (Frage 2). Die Ansammlungen waren nachts besonders dicht. Wir fanden keine Hinweise darauf, dass das Verhalten durch Verwandtschaftsbeziehungen beeinflusst wurde (Fragen 3 und 4). Die Ergebnisse zu den Fragen 1 und 2 deuten darauf hin, dass Jungtiere von M. bellii es vorziehen, nahe beieinander zu sein, und möglicherweise sozial komplexer sind als bisher angenommen. Dies könnte wichtige Auswirkungen auf die Planung von Head-Start-Maßnahmen haben.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Diese gemeinsame Nutzung von „Sonnen“- oder auch „Mond“-Badeplätzen scheint bei vielen thermoregulierenden Schildkröten angeboren zu sein und wird ja häufig auch von den adulten Schildkröten so beibehalten. Allerdings frage ich mich auch, ob das in freier Wildbahn auch so ist, denn in den Freilandlebensräumen habe ich gerade was Schlüpflinge und sehr wahrscheinlich 1-3 jährige Jungschildkröten anbetrifft bislang fast ausschließlich einzelne Individuen der verschiedensten Spezies beim Sonnenbaden fotografieren können. Letzteres könnte zwar auch daran liegen, dass kleine Jungtiere andere Sonnenbadeplätze nutzen als Adulti, die solche kleinen Äste oder Pflanzenblätter aufgrund ihres Adultgewichts gar nicht mehr nutzen können, aber es bleibt dennoch auffällig, dass man dieses hier für Gefangenschaftshaltung beschriebene Sozialverhalten bei der Nutzung von Thermoregulationsbadeplätzen im Freiland wesentlich seltener beobachten kann.

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