Georgia-Gopherschildkröte, Gopherus polyphemus, – © Brian Folt
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Lawson - 2026 - 01

Garrett R. Lawson, Lora L. Smith & Elizabeth A. Hunter (2026): Effects of Vegetation Structure and Soils on Gopher Tortoise (Gopherus polyphemus) Nest-Site Selection in Southwest Georgia. – Chelonian Conservation and Biology 25(1): 22-30.

Der Einfluss der Vegetationsstruktur und des Bodens auf die Nistplatzauswahl bei den Gopherschildkröten (Gopherus polyphemus) im südwestlichen Georgia.

DOI: 10.2744/CCB-1695.1 (externer Link)

Georgia-Gopherschildkröte, Gopherus polyphemus, – © Tracey D. Tuberville
Georgia-Gopherschildkröte,
Gopherus polyphemus,
© Tracey D. Tuberville

Die frühe Lebensphase ist für viele Schildkrötenarten eine Zeit hoher Sterblichkeit; daher kann das Verständnis, wie Schildkröten Nistplätze auswählen, wichtig sein für unsere Fähigkeit, schrumpfende Populationen und Arten zu schützen. Bei Gopherschildkröten (Gopherus polyphemus) ist die Auswahl des Nistplatzes in Bezug auf Vegetations- und Bodenmerkmale kaum erforscht. Von Mitte Mai bis Mitte Juli 2022 und 2023 untersuchten wir Aspekte der Nestplatzwahl der Gopherschildkröte im Lebensraum der Langnadelkieferwälder im Südwesten Georgias. Wir führten wiederholte Suchaktionen an Höhlen durch, um Nester zu lokalisieren, und an jedem Nest (n= 132) entnahmen wir Bodenproben und maßen die Bedeckung durch Baumkronen und Unterholz. Wir sammelten die gleichen Daten an einer gleichen Anzahl von Höhlen ohne Nester. Unter Verwendung einer multiplen logistischen Regression erstellten wir eine Reihe von 6 biologisch relevanten Kandidatenmodellen (Kombinationen aus Tonanteil im Boden sowie der Kronen- und Unterholzvegetationsbedeckung) und verglichen die Modelle mit dem Akaike-Informationskriterium, korrigiert für kleine Stichprobengrößen. Die drei besten Modelle identifizierten die Kronenbedeckung und die Vegetationsbedeckung des Unterholzes als aussagekräftige Prädiktoren für das Vorhandensein von Nestern an Höhlen, wobei die Schildkröten an unseren Standorten in Höhlen nisteten, die eine geringere Unterholz- und Kronenbedeckung aufwiesen als die verfügbaren Höhlen. Darüber hinaus gab es eine Wechselwirkung zwischen den Einflüssen der Unterholzvegetation und der Baumkronenbedeckung, wobei der Einfluss der Unterholzbedeckung mit zunehmender Baumkronenbedeckung abnahm. Dieses Ergebnis legt nahe, dass der Vegetationseffekt in erster Linie durch die Vermeidung von Schatten bedingt sein könnte, wobei Nester, die in Höhlen mit hoher Baumkronenbedeckung angelegt wurden, so stark beschattet waren, dass die Unterholzvegetation einen geringeren Einfluss auf die Auswahl des Nistplatzes hatte. Wir beobachteten keinen Einfluss des Tonanteils im Boden auf die Nistplatzwahl, wie er an anderen Standorten festgestellt wurde. Dies könnte darauf hindeuten, dass sich die Nistplatzwahl innerhalb des Verbreitungsgebiets der Art unterscheidet. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Erhaltung von Lebensräumen mit sehr offenem oder lückigem Baumkronendach am wichtigsten sein könnte, um Gopherschildkröten in diesem Teil ihres Verbreitungsgebiets bevorzugte Nistplätze zu bieten.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Hier in den relativ flussnahen Langnadelkiefernwald Gebiet zeigten die Befunde, dass die Nistgruben im Inneren der Höhlen angelegt wurden, und zwar mit sehr variabler Entfernung vom Höhleneingang entfernt zwischen 36,8 cm bis zu 101 cm wobei dann die Nistgrubentiefe zwischen 6 cm und bis zu 27,5 cm schwanken konnte, wobei bei den flachen Nestern die obenliegenden Eier an der Oberfläche lagen. Insofern scheint die Temperatur aber vielleicht sogar gepaart mit der Luftfeuchte bei der Nistplatzauswahl eine Rolle zu spielen. Sicher macht sich dabei die Vegetationsbedeckung bemerkbar, wobei lichte Baumkronenbedeckung weniger Beschattung bieten würde. Was mich dabei aber auch noch interessiert hätte, um Parameter zur Nistplatzwahl richtig einordnen zu können wäre eine Messung der Substratfeuchte und die Tiefe der Nester in Bezug auf die Bodenoberfläche gewesen. Denn ein 101 cm vom Höhleneingang entferntes Nest in der Höhle kann ja in Bezug zur Erdoberfläche unterschiedlich tief liegen und wird daher auch eventuell unterschiedlichen Bodentemperaturprofilen und Substratfeuchteprofilen ausgesetzt sein, wobei letztere auch durch das Wurzelgeflecht der Vegetation im Boden mit beeinflusst wird. Somit dürfte es noch einiger Forschungsarbeit bedürfen, um solch komplexe Zusammenhänge ganz aufzuklären. Allerdings zugegebener Weise wäre das nur aus wissenschaftlicher Sicht informativ, denn für die Forstbewirtschaftung reichen wohl die hier enthaltenen Daten aus, da der Rest ja von den Schildkrötenmüttern selbst ausgewählt wird. Ja, und solange sie das tun können, werden sie auch für den Populationserhalt ihren Beitrag leisten.

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