Rio Grande Schmuckschildkröte, Pseudemys gorzugi, – © Drew R. Davis
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Sapp - 2026 - 01

Sapp, Ana G. G., W. Gregory Cope, Christopher E. Moorman, Frank X. Weber & Ivana Mali (2026): Environmental Contaminant Accumulation in Freshwater Turtles Inhabiting Three Rivers of the Permian Basin, New Mexico, USA. – Environmental Toxicology Online ahead of print.

Die Akkumulation von Umweltschadstoffen in Süßwasserschildkröten die drei Flüsse des Permianbeckens, New Mexiko, USA besiedeln.

DOI: 10.1002/tox.70081 ➚

Rotwangen-Schmuckschildkröte, Trachemys scripta elegans, – © Hans-Jürgen Bidmon
Rotwangen-Schmuckschildkröte,
Trachemys scripta elegans,
© Hans-Jürgen Bidmon

Süßwasserschildkröten sind aufgrund ihrer langen Lebensdauer und ihrer Widerstandsfähigkeit in von Schadstoffen belasteten Lebensräumen wertvolle Indikatoren für aquatische Ökosysteme. Das vom Öl- und Gassektor geprägte Permbecken erstreckt sich über West-Texas und den Südosten von New Mexico (USA) und umfasst den Pecos River sowie dessen Nebenflüsse Delaware River und Black River. Unsere Studie untersuchte die Konzentrationen von acht Umweltgiften, die im Resource Conservation and Recovery Act von 1976 der US-Umweltschutzbehörde (EPA) aufgeführt sind, im Gewebe von drei Schildkrötenarten aus den Flüssen des Permbeckens: die Krallen der Texas-Stachelweichschildkröte (Apalone spinifera emoryi) sowie die Krallen und das Blut der Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans) und der Rio-Grande-Schmuckschildkröte (Pseudemys gorzugi). Die Proben aus dem Delaware River wiesen sowohl in den Krallen als auch im Blut die höchsten Werte für Arsen (As), Quecksilber (Hg), Selen (Se) und Chrom (Cr) auf, was möglicherweise auf die industriellen Auswirkungen der Öl- und Gasaktivitäten in der Region zurückzuführen ist. Die Schadstoffkonzentrationen spiegelten die trophischen Ebenen der verschiedenen Arten wider, wobei die fleischfressende A. spinifera emoryi erhöhte Werte für Se und Hg und die pflanzenfressende P. gorzugi erhöhte Werte für As und Ba aufwies. Eine lineare Regressionsanalyse ergab eine signifikante positive Korrelation zwischen den Schadstoffkonzentrationen in Blut und Krallen für As, Ba, Se und Pb. Diese Studie hebt Schildkröten als wirksame Indikatoren hervor, die Basisdaten zu Schadstoffkonzentrationen im Schildkrötengewebe liefern, Gebiete mit erhöhten Schadstoffkonzentrationen identifizieren und ihr Potenzial zur Verfolgung zeitlicher Trends bei der Schadstoffanreicherung aufzeigen, um Ressourcenmanagement und Strategien zur Schadstoffminderung zu unterstützen.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Wieder einmal eine Arbeit aufzeigt, wie aquatische Lebewesen auch durch zum Teil toxische Elemente belastet sein können. Insofern zeichnet sich hier ab, dass es eben nicht nur Herbizide und Pestizide aus der Landwirtschaft sind die diese aquatischen Lebensräume bedrohen. Siehe dazu auch Lu et al. (2022) sowie Wolfram et al. (2026) und die dortigen Kommentare.

Literatur

Lu, Hong-Liang, Chun-Quan Kang, Qin-Yuan Meng, Jian-Rao Hu & Steven D. Melvin (2022): Functional and hepatic metabolite changes in aquatic turtle hatchlings exposed to the anti-androgenic fungicide vinclozolin. – Ecotoxicology and Environmental Safety 231: 113220 oder Abstract-Archiv.

Wolfram, Jakob, Dino Bussen, Sascha Bub, Lara L. Petschick, Larissa Z. Herrmann & Ralf Schulz (2026): Increasing applied pesticide toxicity trends counteract the global reduction target to safeguard biodiversity. – Science 391(6785): 616-621 oder Abstract-Archiv.

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