Taggert G. Butterfield, Felix García-Caballero, Isak Larson, Abel Pompa-Domínguez & Alejandra Monsiváis-Molina (2026): First Contribution on Abundance, Population Structure, and Threats of the Baja California and Río Fuerte Sliders (Trachemys nebulosa Van Denburgh 1895). – Chelonian Conservation and Biology 25(1): 121–128.
Der erste Beitrag zur Vorkommenshäufigkeit Populationsstruktur und den Gefährdungen für die Buchstabenschildkröten der Baja California und dem Rio Fuerte (Trachemys nebulosa Van Denburgh 1895).
DOI: 10.2744/CCB-1694.1 (externer Link)

Trachemys nebulosa nebulosa,
© Taggert G. Butterfield
Süßwasserschildkröten in Mexiko sind nach wie vor kaum erforscht, was wirksame Schutzmaßnahmen für viele Arten einschränkt. Die Baja-California- und Rio-Fuerte-Schmuckschildkröten (Trachemys nebulosa nebulosa und T. n. hiltoni) bilden da keine Ausnahme, und trotz ihres begrenzten Verbreitungsgebiets wurden bisher keine Feldstudien zu ihren Populationen durchgeführt. In dieser Studie untersuchten wir die Bestandsgröße, Populationsstruktur, Morphologie und potenzielle Bedrohungen an 19 Standorten in Baja California Sur, Sonora und Sinaloa. Mit Hilfe von mit Ködern versehenen Reusen führten wir 234 Fangnächte durch und fingen 75 Individuen, darunter 43 einzelne T. n. hiltoni (23 Wiederfänge) und 9 einzelne T. n. nebulosa. Die Fangraten waren an den meisten Standorten niedrig (0-2,00 Schildkröten/Fangnacht), was darauf hindeutet, dass diese Art in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet in geringer Dichte vorkommt. Die Populationen wurden von großen adulten Tieren mit einer Panzerlänge (CL) von über 200 mm dominiert (n = 45), und Jungtiere unter 200 mm CL waren selten (n = 8), mit Ausnahme eines temporären Gewässers in Sonora, wo wir 8 Tiere fingen. Weibchen waren bei beiden Unterarten deutlich größer als Männchen, T. n. hiltoni weibliche Panzerlänge (CL): x̄ = 277,9 ± 48,2 (n = 18), Männchen: x̄ = 236,4 ± 35,7 (n = 18), und bei T. n. nebulosa: x̄ = 299,3 ± 11,6 (n = 6), Männchen: x̄ = 265,3 ± 19,1 (n = 3), was mit dem für diese Art beschriebenen, zugunsten der Weibchen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus übereinstimmt. Befragungen von Anwohnern ergaben, dass der Verzehr von Schildkröten und der Einsatz von Wurfnetzen, die am weitesten verbreiteten und schwerwiegendsten Bedrohungen darstellten, insbesondere in Sinaloa, neben Abwasserabfluss, invasiven Schildkrötenarten und der Verschlechterung des Lebensraums durch die Umleitung von Wasser für landwirtschaftliche Zwecke. Unsere Ergebnisse liefern die erste gebietsweite ökologische Bewertung von T. nebulosa und zeigen eine abnehmende Nachweisbarkeit sowie vielfältige anthropogene Belastungen auf. Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit weiterer Erhebungen und einer aktualisierten Schutzstatusbewertung für beide Unterarten.
Kommentar von H.-J. Bidmon
Diese Arbeit verdeutlicht mal wieder, dass selbst die verschiedensten Arten der sehr anpassungsfähigen Gattung Trachemys in ihren natürlichen Beständen bedroht und rückläufig sein können. Letzteres verweist auch darauf, wie gerade durch die Landwirtschaft verursachte Veränderungen sich weltweit in den unterschiedlichsten Lebensräumen negativ auswirken. Siehe dazu auch Cortés-Rodríguez et al. (2021) und den dortigen Kommentar.
Literatur
Cortés-Rodríguez, X., G. Borja-Martinez & E. Vazquez-Dominguez (2021): Striking habitat reduction, decreased genetic diversity, and imperilled conservation of natural populations of Terrapene coahuila. – Freshwater Biology 66(5): 842-858 oder im Abstract-Archiv.
Galerien
Trachemys nebulosa hiltoni – Rio-Fuerte-Schmuckschildkröte
Trachemys nebulosa nebulosa – Baja-California-Schmuckschildkröte