Italienische Landschildkröte, Testudo hermanni hermanni, Fundort: Catalunya, Spain – © Victor Loehr
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Leonetti - 2026 - 01

Francesco Luigi Leonetti, Gianni Giglio, Claudia Valerioti, Rocco Gatto, Claudia Corti & Emilio Sperone (2026): Hermann's tortoise in Calabria: filling key knowledge gaps in a Western Mediterranean evolutionary hotspot. – Current Zoology 2026: zoag006.

Die Griechische Landschildkröte in Kalabrien: Das Auffüllen einer Schlüsselwissenslücke in einem westlichen mediterranen Evolutionshotspot.

DOI: 10.1093/cz/zoag006 (externer Link)

Italienische Landschildkröte, Testudo hermanni hermanni, – © Victor Loehr
Italienische Landschildkröte,
Testudo hermanni hermanni,
Fundort: Catalunya, Spain
© Victor Loehr ➚

Die Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni Gmelin, 1789) ist eine der am stärksten gefährdeten Landschildkröten Europas, deren Populationen über ihr gesamtes Verbreitungsgebiet hinweg stark fragmentiert sind, insbesondere im westlichen Teil. Kalabrien (Süditalien) beherbergt Populationen von außergewöhnlichem Naturschutzwert, die kürzlich als Hotspot der genetischen Vielfalt für diese Art identifiziert wurden. Ökologische, verteilungsbezogene und morphologische Daten zu diesen Populationen sind jedoch nach wie vor rar. In dieser Studie kombinierten wir intensive Felduntersuchungen, morfmetrische Analysen und Informationen aus lokalem ökologischem Wissen, um die bislang umfassendste Bestandsaufnahme der Griechische Landschildkröte in Kalabrien zu erstellen. Unsere Ergebnisse erweitern die bekannte regionale Verbreitung erheblich und belegen ihr Vorkommen in 49 Rasterzellen im Vergleich zu den zuvor gemeldeten 16. Insgesamt wurden 172 erwachsene Individuen vermessen, was einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus und signifikante morphologische Unterschiede zwischen den nördlichen und südlichen Populationen zeigte, wobei die Schildkröten aus dem Aspromonte größer waren. Lebensraumanalysen deuten darauf hin, dass die Art ein breites Spektrum mediterraner Lebensräume besiedelt, von Tieflandgebüsch bis zu hohen Lagen im Aspromonte-Massiv, mit einer Präferenz für offene, thermophile Lebensräume auf lockeren Böden. Aufgrund ihrer ökologischen Plastizität kommen die meisten Populationen außerhalb von Schutzgebieten vor und sind durch Lebensraumverlust, Fragmentierung und Wilderei bedroht. Lokales ökologisches Wissen erwies sich trotz einiger Einschränkungen als wertvoll für die Erweiterung des Wissens über die Verbreitung in wenig erforschten Gebieten. Diese Studie liefert einen aktualisierten und integrierten Überblick über die morphologischen, ökologischen und verteilungsbezogenen Merkmale von T. h. hermanni in Kalabrien und unterstützt damit die Naturschutzplanung für eine der genetisch vielfältigsten Populationen im westlichen Mittelmeerraum.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Dabei handelt es sich um eine sehr schöne und umfangreiche Arbeit. Was ich mich aber Frage ist woran es liegt, dass die meisten Vorkommen fragmentiert und außerhalb von Schutzgebieten liegt. Der Befund, dass diese Schildkröten lockere Böden bevorzugen, deutet eigentlich schon an, dass sie wie Agrarwirtschaft auch lockere gut zu bearbeitende Böden bevorzugen, die wohl heute auch großflächig von der Landwirtschaft genutzt werden. Siehe dazu auch Hunter et al. (2026) und den dortigen Kommentar.

Literatur

Hunter, Christina, Deborah S. Bower, Richard A. Peters & James U. Van Dyke (2025): Reversing global causes of juvenile recruitment loss as a means to recover endangered freshwater turtles. – Biological Reviews 101(2): 926-943 oder im Abstract-Archiv.

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