Schnappschildkröte, Chelydra serpentina, – © Hans-Juergen-Bidmon
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Neilsen - 2025 - 01

Neilsen, Katherine, Eric Paul, Brigit Humphreys, Greg Rahn & Andrea K. Townsend (2025): Bioaccumulation of perfluorooctane sulfonic acid (PFOS) and oxidative stress in snapping turtles in New York, USA. – Environmental Science and Pollution Research 32: 4379-4385.

Die Bioakkumulation von Perfluroctansulfonsäure (PFOS) und oxidativer Stress in Schnappschildkröten in New York, USA.

DOI: 10.1007/s11356-025-35969-5 ➚

Schnappschildkröte, Chelydra serpentina, – © Hans-Jürgen Bidmon
Schnappschildkröte,
Chelydra serpentina,
© Hans-Jürgen-Bidmon

Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) ist eine anthropogene Chemikalie, die in wässrigen filmbildenden Schäumen (AFFFs) und vielen Konsumgütern vorkommt. Trotz seiner Allgegenwart und Persistenz in der Umwelt ist nur wenig über die Auswirkungen von PFOS auf das Stressniveau bei Wildtieren bekannt. Hier untersuchten wir die Bioakkumulation von PFOS und die Zusammenhänge zwischen PFOS-Exposition und oxidativem Stress bei Schnappschildkröten (Chelydra serpentina) stromabwärts der Griffiss Air Force Base in Rome, New York, einer bekannten Quelle für AFFF-Kontamination. Die maximalen PFOS-Konzentrationen wurden auf 41,7 ppb bzw. 498 ppb in Wasser- und Schildkrötenproben extrapoliert; im Vergleich dazu liegt die vorgeschlagene nationale Grenzwertkonzentration der Vereinigten Staaten für PFOS im Trinkwasser derzeit bei 0,00002 ppb. Die PFOS-Konzentrationen nahmen mit der Entfernung flussabwärts von der Basis ab und waren in anderen lokalen Gewässern niedriger. Die Indizes für oxidativen Stress korrelierten positiv mit den PFOS-Plasmakonzentrationen bei Schnappschildkröten. Diese Daten verdeutlichen das Potenzial für Bioakkumulation und steigende oxidative Stresswerte im Zusammenhang mit der PFOS-Kontamination in einer Wildpopulation von Wasserschildkröten.

Kommentar von H.-J. Bidmon

PFOS zählt ja zu den kaum abbaubaren sogenannten „Forever-Chemikalien“, für die für den Menschen klare Beweise vorliegen, dass sie Krebs auslösen. Deshalb erscheint es mir fast wesentlicher, sich nicht nur Sorgen um die Schildkröten zu machen, denn davon dürften wohl alle dort existierenden Lebewesen betroffen sein. Siehe dazu auch: Beale et al. (2024a, b) und Vardy et al. (2024) und die dortigen Kommentare.

Literatur

Beale, David J., Duncan Limpus, Georgia Sinclair, Utpal Bose, Nicholas Bourne, Sally Stockwell, Damian C. Lettoof, Rohan Shah, Thao V. Nguyen, Viviana Gonzalez-Astudillo, Christoph Braun, Albert Myburgh, Brenda Baddiley, Taka Shimada, Colin Limpus & Suzanne Vardy (2024a): Forever chemicals don't make hero mutant ninja turtles: Elevated PFAS levels linked to unusual scute development in newly emerged freshwater turtle hatchlings (Emydura macquarii macquarii) and a reduction in turtle populations. – Science of The Total Environment 956: 176313 oder Abstract-Archiv.

Beale, David J., Thao V. Nguyen, Utpal Bose, Rohan Shah, Joost Laurus Dinant Nelis, Sally Stockwell, James A. Broadbent, Sandra Nilsson, Rahul Rane, Leon Court, Damian C. Lettoof, Gunjan Pandey, Thomas K. Walsh, Stephanie Shaw, Josh Llinas, Duncan Limpus, Colin Limpus, Christoph Braun, Brenda Baddiley & Suzanne Vardy (2024b): Metabolic disruptions and impaired reproductive fitness in wild-caught freshwater turtles (Emydura macquarii macquarii) exposed to elevated per- and polyfluoroalkyl substances (PFAS). – Science of The Total Environment 926: 171743; DOI: 10.1016/j.scitotenv.2024.171743 ➚.

Vardy, Suzanne, Brenda Baddiley, Christoph Braun, Col Limpus, Duncan J. Limpus, Martha Du Plessis, Sandra Nilsson, Viviana Gonzalez-Astudillo & David Beale (2024): Partitioning of PFAS to serum, tissues, eggs, and hatchlings of an Australian freshwater turtle. – Journal of Hazardous Materials 469: 133885 oder Abstract-Archiv.

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