Arrauschildkröte, Podocnemis expansa, ein Schlüpfling – © Camila R. Ferrara
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Yang - 2024 - 01

Yang, Celina, John B. Iverson, Joshua R. Ennen & Njal Rollinson (2024): Ecogeographic body size clines in turtles: analysis and synthesis of pattern and process. – Biological Journal of the Linnean Society 143(4): blae108.

Ökogeografische Körpergrößenklinen bei Schildkröten: Analyse und Synthese von Mustern und Prozessen.

DOI: 10.1093/biolinnean/blae108 ➚

Arrauschildkröte, Podocnemis expansa, – © Mario Herz
Arrauschildkröte,
Podocnemis expansa,
ein Schlüpfling
© Mario Herz

Die Mechanismen, die der Entwicklung der Körpergröße von wechselwarmen Tieren in Abhängigkeit von Temperatur und Breitengrad zugrunde liegen, sind nach wie vor ein Rätsel. Die Sauerstofflimitierung in wärmeren aquatischen Umgebungen wird oft angeführt, um die steileren Temperatur-Größen-Beziehungen aquatischer Arten über den Breitengrad hinweg zu erklären, aber die Rolle der aquatischen Umgebung bei der Entwicklung der Körpergröße aquatischer Arten, die hauptsächlich in der Luft atmen, ist unklar. Wir haben die Allgemeingültigkeit intraspezifischer Temperatur-Größen-Reaktionen bei Schildkröten getestet und untersucht, ob Schildkröten im Allgemeinen der Bergmannschen Regel folgen und ob aquatische und terrestrische Schildkröten unterschiedliche Temperatur-Größen-Reaktionen aufweisen. Anhand eines globalen Datensatzes zur Körpergröße von Schildkröten haben wir festgestellt, dass Schildkröten im Allgemeinen mit steigender Temperatur eine abnehmende Körpergröße aufweisen. Wir haben jedoch auch festgestellt, dass aquatische, semi-aquatische und terrestrische Schildkröten ähnlich auf die Temperatur reagieren. Unsere Studie bestätigt die Möglichkeit, dass Temperatur-Größen-Beziehungen teilweise durch Sauerstofflimitierung bei anderen Ektothermen bedingt sind, lässt jedoch Zweifel an Hypothesen aufkommen, die mit Sauerstofflimitierung bei Gruppen zusammenhängen, die hauptsächlich in der Luft atmen. Wir formalisieren und untersuchen die Hypothese, dass Temperatur-Größen-Reaktionen bei Schildkröten das Ergebnis des Wärmehaushalts sind, und argumentieren, dass eine geringe Größe in warmen Umgebungen das Risiko einer Überhitzung verringert und eine große Größe in kühlen Umgebungen den Wärmeverlust minimiert. Letztendlich liefern wir neue Erkenntnisse und eine neue Richtung für die Untersuchung ökogeografischer Klines.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Eine interessante Arbeit die generell darauf verweist, dass es etliche andere Faktoren geben kann die Abweichungen von der Bergmannschen-Regel erklären können, wobei die Temperaturspeicherung sicher einen wesentlichen Aspekt darstellt. Allerdings würde mich dabei auch interessieren wie dabei die Beziehung zwischen Körpergröße und Carapaxoberfläche dabei in Beziehung stehen, denn diese Beziehung steht in engen Zusammenhang zur Temperaturaufnahme. Denn eine Abflachung des Carapax ebenso wie die Pyramidenbildung führen zu Flächenveränderungen bzw. Vergrößerungen, die z. B. in kühleren Klimaten zur schnelleren Temperaturaufnahme beitragen können. Sicherlich könnte eine größere Oberfläche auch zum schnelleren Temperaturverlust beitragen, aber wenn die Schildkröten optimale Körpertemperatur erreicht haben, sind sie aktiv in der Lage, das Maß der Abkühlung durch ein entsprechendes Verhalten selbst zu beeinflussen. Siehe dazu auch Chessman (2024); Kidman et al. (2024); Snover et al. (2015).

Literatur

Chessman, B. C. (2024): The conundrum of turtle and tortoise basking: A critical review. – Journal of Zoology 323(4): 263-283 oder Abstract-Archiv.

Kidman, R. A., D. T. McKnight, L. Schwarzkopf & E. J. Nordberg (2024): How turtles keep their cool: Seasonal and diel basking patterns in a tropical turtle. – Journal of Thermal Biology 121: 103834 oder Abstract-Archiv.

Snover, M. L., M. J. Adams, D. Ashton, J. B. Bettaso & H. H. Welsh Jr. (2015): Evidence of counter-gradient growth in western pond turtles (Actinemys marmorata) across thermal gradients. – Freshwater Biology 60(9): 1944-1963 oder Abstract-Archiv.

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