Grüne Meeresschildkröte, Chelonia mydas, ein Albino-Schlüpfling – © Justin R. Perrault

Restrepo - 2026 - 01

Restrepo, Jaime, Dina Nisthar, Harris Wei-Khang Heng, Lily K. Bentley, Corrie Curtice, Sarah DeLand, Ei Fujioka, Patrick N. Halpin, Sarah K. Poulin, Anthony J. Richardson, Jeffrey A. Seminoff, Roldán A. Valverde & Daniel C. Dunn (2026): Ecological Insights and Management Implications of the Global Migratory Connectivity of Green Turtles. – Diversity and Distributions 32(5): e70196.

Ökologische Erkenntnisse und deren Auswirkungen auf das Management von Suppenschildkröten die von einer globalen Migrationskonnektivität abhängig sind.

DOI: 10.1111/ddi.70196 (externer Link)

Grüne Meeresschildkröte, Chelonia mydas, – © Hans-Jürgen Bidmon
Grüne Meeresschildkröte,
Chelonia mydas,
© Hans-Jürgen Bidmon

Ziel: Grüne Meeresschildkröten sind eine weit verbreitete und stark wandernde Art; trotz umfangreicher Daten zu ihren Wanderungen gibt es keine artspezifische globale Synthese zu diesem Thema. Basierend auf drei Jahrzehnten veröffentlichter Literatur und aufbauend auf früheren globalen Analysen haben wir ein globales Netzwerkmodell der Wanderungskonnektivität für Grüne Meeresschildkröten entwickelt, um ihre räumliche Biologie besser zu verstehen.
Ort: Global.
Zeitraum: 1990–2022.
Wichtigste untersuchte Taxa: Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas).
Methoden: Wir führten eine strukturierte Literaturrecherche durch, bei der wir georeferenzierte Informationen über die Bewegungen von Grünen Meeresschildkröten von 1990 bis 2022 extrahierten, diese Informationen in einem einzigen Konnektivitätsmodell zusammenfassten und Konnektivitätsknoten definierten. Wir bewerteten die Verbindungsrouten von Nistgebieten zu Nahrungsgebieten für jede RMU und identifizierten Bewegungsbahnen, die sich außerhalb und über die Grenzen dieser Gebiete hinaus erstreckten.
Ergebnisse: Wir fanden insgesamt 113 Quellen, die Aufschluss über die weltweite Migrationsvernetzung gaben. Wir identifizierten 474 Standorte, an denen Grüne Meeresschildkröten beobachtet wurden (davon 124 Nistplätze). Die Migrationsverbindungen, die sowohl aus langfristigen (≥ 1 Jahr) als auch aus kurzfristigen (< 12 Monate) Tracking-Daten abgeleitet wurden, reichten von ansässigen Schildkröten, die ihre Nistplätze nie verließen, bis hin zu Kolonien, die mit bis zu 20 verschiedenen Standorten verbunden waren, von denen einige über 5000 km voneinander entfernt lagen. Diese Fernverbindungen setzen Populationen an unterschiedlichen Orten Gefahren aus. Die meisten Verbindungen verliefen über nationale Hoheitsgebiete hinweg und durchquerten dabei verschiedene regionale Managementeinheiten. Wichtigste Schlussfolgerungen: Wir haben den größten verfügbaren Datensatz zusammengestellt, der die Bewegungen von Grünen Meeresschildkröten weltweit beschreibt, und präsentieren das umfassendste globale Modell ihrer Migrationsvernetzung. Dieses Modell liefert ökologische Einblicke in regionale Unterschiede im Lebenszyklus, identifiziert geografische und demografische Lücken in der Stichprobenahme und bietet Basisinformationen zur Vernetzung, um das grenzüberschreitende Management von Populationen der Grünen Meeresschildkröte zu unterstützen. Die Studie bekräftigt die Notwendigkeit größerer gemeinsamer Anstrengungen, um Wissen über lokale Zuständigkeiten hinaus zu bündeln und so wirksame Managementmaßnahmen zum Schutz dieser historisch bedrohten Art zu informieren und aufeinander abzustimmen.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Hierbei handelt es sich für eine global verbreitete Spezies um eine sehr umfassende Datensammlung, die durchaus das Potential hat Anhaltspunkte dafür zu liefern, wie diese Daten zukünftig ergänzt werden müssten, um zu verdeutlichen, wie sich diese Art an den Klimawandel anpasst und wo neue klimaassoziierte Nist- und Nahrungsrefugien entstehen. Dieses Verständnis ist wohl unerlässlich, um auch die vielen einzelnen klimabezogenen Nistplatzdaten in ein den Fortbestand prognostizierendes Modell einzufügen. Hier bietet sich die Chance an einer Art mit relativ unbegrenzten Ausbreitungsmöglichkeiten die Prinzipien der überlebenssichernden Anpassung an den Klimawandel zu studieren, um zu erkennen wo gesichert unvermeidbare Verluste auftreten werden, aber auch neue, wenn vielleicht auch nur kleine Überlebensrefugien entstehen die es zukünftig zu schützen gilt.

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