Zaragoza, G., J. P. Rose, K. Purcell & B. D. Todd (2015): Terrestrial Habitat use by Western Pond Turtles (Actinemys marmorata) in the Sierra Foothills. – Journal of Herpetology 49: 437–441.

Die Nutzung der Landhabitate durch die westliche Sumpfschildkröte (Actinemys marmorata) in den Sierra Foothills.

Westliche Sumpfschildkröten (Actinemys marmorata) leben endemisch im westlichen Nordamerika, wo sie die unterschiedlichsten Wasserlebensräume besiedeln. Derzeit gibt es nur sehr wenige Studien, die deren Ökologie für die Populationen untersuchten, die ephemerale oder manchmal trockenfallende Teiche bewohnen. Hier studierten wir die terrestrischen Habitatbedingungen für die westliche Sumpfschildkröte in einem Gewässer, das nur in den Jahren austrocknet, in denen die jährliche Regenmenge unter dem Jahresdurchschnittswert liegt. Wir überwachten die terrestrischen Wanderungen der Sumpfschildkröten, die einen Teich in der San Joaquin Experimental Range in Madera County, Kalifornien, USA, im westlichen Hügelland der Sierra Nevada bewohnen. Wir benutzten dazu die Radiotelemetrie in den Jahren 2012–2013, um deren terrestrische Wanderungen zu überwachen und um die Zeitpunkte für den Beginn der Wanderungen sowie für die Rückkehr zum Gewässer zu bestimmen. Zudem untersuchten wir die terrestrischen Mikrohabitate, die die Schildkröten für Aestivation und Überwinterung auswählten. Die Schildkröten verließen den Teich während des späten Frühjahrs oder zu Sommeranfang wenn er begann auszutrocknen, und die Schildkröten verbrachten anschließend durchschnittlich 235 Tage außerhalb des Wassers, wobei ihre Rückkehr zum Teich zeitgleich mit den ansteigenden Regenfällen während des späten Winters erfolgte. Die meisten der Landaufenthaltsorte waren komplett bedeck mit Falllaub oder Torfhumus und 95 % dieser terrestrischen Mikrohabitate lagen innerhalb eines 187 m breiten Gürtels um das Teichufer herum. Die Schildkröten in unserer Untersuchungsregion zeigten somit eine übliche Landhabitatnutzung, vergleichbar zu den Populationen, die intermediäre trockenfallende durch die Schneeschmelze oder Winterregen versorgte Bäche des nördlichen Kaliforniens besiedeln. Unsere Ergebnisse bekräftigen die Wichtigkeit von terrestrischen Habitaten für die Lebensweise der westlichen Sumpfschildkröten sowie deren kontextabhängige Habitatansprüche.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Nun warum kontextabhängig? Nun weil diese Landhabitate leicht vergessen werden können, da sie nur dann – wenn die Gewässer austrocknen (Kontext) – von den Schildkröten benötigt werden. In den Jahren, in denen die Gewässer nicht trockenfallen, bleiben die Schildkröten im Wasser und so mancher mag meinen, dass sie vielleicht – außer für die Eiablage – gar keine Landhabitate benötigen. Zudem sollte auch berücksichtigt werden, dass das Management solcher Landhabitate berücksichtigt werden muss, denn dadurch, dass die Tiere auf eine dicke, schützende Falllaubschicht angewiesen sind, wäre hier die Entfernung des Laubs wie auf Goldplätzen absolut kontraproduktiv und für die Schildkröten tödlich. Siehe auch Bowne et al (2006), Semlitsch & Bodie (2003) und die Kommentare dazu. Die Nutzung von Falllaub ist dabei aber nicht nur für adulte Schildkröten von Bedeutung, sondern scheint auch für den Nachwuchs mancher Arten von größerer Bedeutung zu sein (Paterson et al. 2012).

Literatur

Bowne D. R., M. A. Bowers & J. E. Hines (2006): Connectivity in an agricultural landscape as reflected by interpond movements of a freshwater turtle. – Conservation Biology 20 (3): 780–791 oder Abstract-Archiv.

Paterson, J. E., B. D. Steinberg & J. D. Litzgus (2012): Revealing a cryptic life-history stage: differences in habitat selection and survivorship between hatchlings of two turtle species at risk (Glyptemys insculpta and Emydoidea blandingii). – Wildlife Research 39: 408–418 oder Abstract-Archiv.

Semlitsch, R. D. & J. R. Bodie (2003): Biological criteria for buffer zones around wetlands and riparian habitats for amphibians and reptiles. – Conservation Biology 17: 1219-1228 oder SiF 1 (3) 2004.

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