Yin, J., Y. Tezuka, Y. Subehan, L. Shi, J. Y. Ueda, K. Matsushige & S. Kadota (2005): A combination of soft-shell turtle powder and essential oil of a unicellular chorophyte prevents bone loss and decreased bone strength in ovariectomized rats. – Biological and Pharmaceutical Bulletin 28 (2): 275-279.

Eine Kombination von Weichschildkröten-Pulver und essentiellem Öl eines unizellulären Chlorophyten verhindert Knochenschwund und die Abnahme der Knochenfestigkeit in ovariectomierten Ratten

Die Wirkung des Pullvers (SST; soft-shell-turtle) der Weichschildkröte (Trionyx sinensis) auf die proximale Tibia (Schienbein) von ovariectomierten Ratten (OVX) wurde unter Verwendung peripherer quantitativer Computer-Tomographie (pQCT) und durch Überprüfung biochemischer Marker im Serum untersucht. Unter der Annahme einer Beziehung zwischen antioxidativen Eigenschaften und antiosteoporotischer Aktivität, wurde auch die synergistische Wirkung einer Mischung von SST und dem essentiellem Öl der Mikroalge Haematococcus pluvialis (OHP) mit starker antioxidanter Aktivität untersucht. Die orale Aufnahme von SST (100, 200 mg/kg) oder einer Mischung von SST (100, 200 mg/kg) und OHP (13, 26 mg/kg) dreimal wöchentlich verhindert eine Abnahme der Knochen-Mineralzusammensetzung (BMC) im gesamten Knochen und hemmte auch die Abnahme der BMC und der Knochen-Mineraldichte (BMD) im kortikalen Knochen sowie die Abnahme der Knochenfestigkeit. Diese Indices wurden durch die Ovarektomie in einer Dosisabhängigkeit, ohne die Gebärmutter betreffenden Nebenwirkungen untersucht. Jedenfalls zeigte OHP alleine keine signifikanten Wirkungen.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Mir stellt sich bei diesen Untersuchungen immer die Frage nach geeigneten Kontrollen? Sicher, wenn OHP als essentieller Fettsäurelieferant nichts macht, scheint Schildkrötenpulver wichtiger zu sein. Aber vielleicht könnte man den gleichen Effekt bei Verabreichung von Knochenmehl, Lebertran oder Hühnereiern beobachten, denn was wir wissen, ist doch, dass die Knochenmineralisation von einer mineralreichen Nahrung und den Hormonen Östradiol und Vitamin D am stärksten beeinflusst wird. Das wiederum lässt jedes Nahrungsmittel, das diese Substanzen erhält, als geeignet erscheinen. Dazu muss man nicht unbedingt Schildkrötenpulver zu sich nehmen. Dennoch sei den Zuchtfarmen ihr Auskommen gegönnt, solange solche Mitteilungen nicht dahingehend missbraucht werden, dass die Leute, die sich kein Pulver kaufen können, sich welches besorgen, indem sie die wild lebenden Populationen im wahrsten Sinne des Wortes verpulvern.

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