Yagi, K. T. & J. D. Litzgus (2012): The Effects of Flooding on the Spatial Ecology of Spotted Turtles (Clemmys guttata) in a Partially Mined Peatland. – Copeia (2): 179–190.

Auswirkungen der Überflutung auf die Raumnutzungsökologie von Tropfenschildkröten (Clemmys guttata) in einem teilweise restaurierten Sumpfgebiet.

Viele Studien untersuchten die Auswirkungen von durch den Menschen verursachten Habitatveränderungen, aber es gibt wenig Informationen über auf natürliche Weise erfolgende Habitatveränderungen. Das Ziel dieser Studie war zu untersuchen, welche Auswirkungen durch die von Biberdämmen (Castor canadensis) herbeigeführten Überflutungen in Bezug auf die Raumnutzung der gefährdeten Tropfenschildkröte (Clemmys guttata) haben, die sich in einem Moorgebiet in Ontario ereigneten, das früher zur Torfgewinnung teilweise trockengelegt worden war. Wir stellten die Hypothese auf, dass sich das Durchstreifungsgebiet (home range) sowie die täglich zurückgelegten Strecken mit zunehmender Überflutung vergrößern würden und dass sich die Habitatauswahl verändern würde, da die Schildkröten die neuen aquatischen Lebensräume nach der Flutung erkunden würden. Nach zwölfjähriger Anwendung der Fang-Markierungs-Wiederfang-Methode, der Radiotelemetrie und eines US-Softwareprogramms zur Auswertung verglichen wir die Bewegungsmuster und Habitatnutzung vor und nach der Flutung. Die zurückgelegten Distanzen und die Home range waren nach der Flutung größer als in der Zeit vor der Flutung, was zeigt, dass die Schildkröten die neuen aquatischen Lebensräume erkundeten. Vor der Flutung konzentrierten sich die Schildkröten hauptsächlich in den verbliebenen Tümpeln und Wasserableitungskanälen, die während des Torfabbaus verblieben waren, da sie das einzige verbliebene Habitat darstellten. Nach den Überflutungen zeigten die Schildkröten eine verstärkte Bevorzugung der neu entstandenen aquatischen Lebensräume. Unsere Daten zeigen, dass die natürlichen, durch Biberdämme verursachten Überflutungen sich sehr positiv auf die Tropfenschildkröten auswirkten, obwohl unsere Beobachtungen auch andeuten, dass sich dadurch die Zahl und die Größe der verfügbaren Nisthabitate begrenzte, sodass weitere Untersuchungen abklären müssen, wie sich bei dieser Population die Flutungen langfristig auf den Zuwachs von Jungtieren auswirken werden.

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