Xu, C., W. Xu & H. Lu (2014): Compensatory growth responses to food restriction in the Chinese three-keeled pond turtle, Chinemys reevesii. – Springerplus, doi: 10.1186/2193-1801-3-687.

Kompensatorische Wachstumsraten in Folge von Nahrungsrestriktion bei der Chinesischen Dreikielschildkröte, Chinemys reevesii.

Juvenile Chinesische Dreikielschildkröten (Chinemys reevesii) wurden in Gruppen für die Dauer von 13 Wochen vier unterschiedlichen Fütterungsprozeduren unterzogen: Futter ad libitum (AL, zur freien Verfügung), Begrenzt (R), ad libitum-begrenzt (AL-R), oder erst begrenzt und dann ad libitum (R-AL), um die kompensatorischen Wachstumsraten (CG) nach einer Nahrungsbegrenzung gefolgt von einer freiverfügbaren ad libitum Fütterung zu bestimmen. Nach dem Wechsel zur ad libitum Fütterung fraßen die Schildkröten aus der R-AL Gruppe mehr, und sie wuchsen schneller als die Schildkröten aller anderen Gruppen. Am Ende der Versuchszeit hatten die Schildkröten der R-AL Gruppe ein vergleichbares Gewicht zu den AL-Schildkröten, was anzeigt, dass es zu einem vollständigen kompensatorischen Zuwachsausgleich kam. Die kumulativ erfasste Nahrungsaufnahme während der gesamten Versuchszeit zeigte keine Unterschiede für die R-AL- und AL-Schildkröten. Die experimentelle Behandlung zeigte Auswirkungen auf die Körperzusammensetzung, wobei der Körperlipidanteil der AL-Schildkröten höher war als bei den R- und AL-R-Schildkröten. Der Lipidanteil der R-AL-Schildkröten lag dazwischen. Der Körperproteinanteil der R-AL-Schildkröten lag geringfügig höher als in den anderen Gruppen, ohne jedoch statistisch signifikante Unterschiede aufzuweisen. Gespeicherte Lipide werden wohl in Schildkröten mit Nahrungsrestriktion als erstes abgebaut. Unsere Daten zeigen zum wiederholten Male, dass es bei C. reevesii nach Futterrestriktion zu einer kompensatorischen Zuwachsrate kommt. Allerdings bleibt es immer noch Spekulation, ob man mit diesen Fütterungsprotokoll eine Reduktion bei den Futterkosten für die in Farmen aufgezogenen Schildkröten erreichen kann.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Bei dieser Arbeit ging es im Wesentlichen um eine Untersuchung zur optimalen und kostengünstigsten Mast von Schildkröten für die Fleischmärkte. Allerdings ist es hier interessant zu erfahren, dass es zum einen zu kompensatorischen Wachstumsphasen, zumindest während der ersten Lebensmonate, kommen kann, was ja später oft nicht mehr möglich ist, und zum anderen fällt der Befund auf, dass es dabei nur zu nicht signifikanten Unterschieden im Gesamtkörperproteingehalt gekommen sein soll. Entweder lag das daran, dass das Futter unabhängig von der Menge im Wesentlichen sehr proteinreich war, oder es handelt sich um eine selten zu beobachtende artspezifische Eigenschaft, denn dies wurde bei bislang daraufhin untersuchten anderen Arten nie so beschrieben, wo es zumindest zu einer Abnahme bei den Plasmaproteinen kam. Letzteres könnte auch andeuten, dass hier bei dieser Untersuchung des Gesamtproteingehalts von diesen C. reevesii nur schon ausgeblutete Körper untersucht wurden.

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