Walde, A. D., J. R. Bider, C. Daigle, D. Masse, J.C. Bourgeois, J. Jutras & R. D. Titman (2003): Ecological aspects of a Wood Turtle, Glyptemys insculpta, population at the northern limit of its range in Quebec. – Canadian Field Naturalist 117 (3): 377-388.

Ökologische Aspekte einer Population von Waldbach-Schildkröten, Glyptemys insculpta, an der nördlichen Verbreitungsgrenze in Quebec

Als Teil einer Artenschutz-Forschungsinitiative wurde eine Population der Waldbach-Schildkröte (Glyptemys insculpta) an der nördlichen Grenze ihres Verbreitungsgebietes erforscht, um Charakteristika ihrer Demographie, Morphometrie, Dichte, Sterblichkeit, Nahrung und Paarungsaktivitäten zu ermitteln. Die Schildkröten wurden während der Aktivitätsperiode von 1996 und 1997 gefangen und markiert. Zusätzlich wurden 20 Individuen pro Woche mittels Radio-Telemetrie verfolgt. Insgesamt wurden 188 Schildkröten gefangen und die Größe der Population im Studiengebiet wurde auf 238 Exemplare geschätzt. Die geschätzte Populationsdichte auf Grundlage dieser Zahlen beträgt 0,44 Schildkröten pro Hektar. Das ist weniger als in anderen Studien, was darauf hinweist, dass die Populationsdichte in südlicheren Populationen größer ist. Die Schildkröten aus dieser Population waren groß (Carapaxlänge Männchen = 214,5 mm ± 4,21, Weibchen 201,1 ± 10,88), was die Hypothese unterstützt, dass die Größe von Schildkröten zur Anzahl frostfreier Tage negativ korreliert ist. Die Geschlechtsrate wich nicht signifikant von 1:1 ab. Juvenile Schildkröten wurden mit einem Anteil von 31,4 % der Gesamtpopulation gezählt. Beobachtungen zu Nahrungsgewohnheiten unterstützen die Aussage, das Waldbach-Schildkröten opportunistisch omnivor sind. Von 35 beobachteten Paarungs- oder Werbungsereignissen traten 77 % im Herbst auf und die Hälfte davon zwischen 11:00 und 13:00 Uhr. Obwohl Bein- und Schwanzverletzungen wie auch Parasiten an vielen Schildkröten beobachtet wurden, sind keine toten Schildkröten gefunden worden. Dieses letzte Resultat, in Verbindung mit der hohen Jungtierrate wie auch das Geschlechtsverhältnis lassen vermuten, dass diese Population stabil ist, was sie zu einer optimalen Vergleichspopulation für andere Studien macht, wo die Art möglicherweise im Rückgang ist.

Seitenanfang