Umapathy, G., V. Deepak, V. Kumar, M. Chandrasekhar & K. Vasudevan (2015): Endocrine Profiling of Endangered Tropical Chelonians Using Noninvasive Fecal Steroid Analyses. – Conservation and Biology: 14: 108–115.

Endokrine Profilüberwachung von tropischen Schildkröten unter Anwendung nicht-invasiver Steroidhormonanalysen aus Kotproben.

Die vorliegende Studie zeigt, dass eine in situ durchgeführte endokrine Profilüberwachung bei der Gelbkopf-Erdschildkröte (Vijayachelys silvatica) und der Travancore-Landschildkröte (Indotestudo travancorica) unter Anwendung nicht-invasiver Steroidhormonanalysen durchführbar ist. Für die Reproduktion wichtige Hormone (Testosterone, Progesterone, Estradiol) sowie Stresshormone (Glukokortikoide) und deren Metabolite waren in den Kotproben nachweisbar und zeigten unzweifelhafte Signaturen während der Reproduktionssaison. Wir validierten hier die zur Reproduktions- und Stressüberwachung eingesetzten Immunoassays für den Steroidhormonnachweis aus Kotproben.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Eine schöne Studie die hier klar belegt, dass solch nicht-invasive Geschlechtshormon- und Stresshormonnachweise bei Schildkröten durchführbar sind, was nahe legt, dass sie auch bei der Haltung und Nachzucht von seltenen bedrohten Arten einsetzbar wären, um deren Reproduktionszyklen zu erfassen, um die Haltungsbedingungen entsprechend anzupassen. Ebenso scheint es machbar die Stresshormonspiegel so zu bestimmen, um Phänomenen von haltungsbedingten Stress auf die Spur zu kommen, die eventuell einen negativen Einfluss auf die Gesundheit und den Reproduktionserfolg haben können. Siehe dazu auch Kommentar zu Hammer (2015) und die dort zitierte Literatur.

Literatur

Hammer, J. M. (2015): Reproduction as a Function of Living Conditions: The Breeding Biology of the Radiated Tortoise (Astrochelys radiata) under Natural and Captive Conditions in Southwest Madagascar. – Journal of Herpetology 49: 633–640 oder Abstract-Archiv.

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