Rodriguez-Caro, R. C., M. Lima, J. D. Anadon, E. Gracia & A. Gimenez (2016): Density dependence, climate and fires determine population fluctuations of the spur-thighed tortoise Testudo graeca. – Journal of Zoology 300: 265–273.

Dichteabhängigkeit, Klima und Brände bestimmen die Populationsschwankungen bei der Maurischen Landschildkröte, Testudo graeca

Populationsschwankungen werden durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst, die man in endogene Faktoren und exogene Faktoren unterteilen kann. Endogene Faktoren sind solche die in direktem Zusammenhang stehen mit Dichte-abhängigen Faktoren wohingegen exogene Faktoren werden durch die Umwelt bedingt wie z. B. dem Klima. Etliche Studien berichten über die Auswirkungen von endogenen und exogenen Faktoren wobei sie meist exponentielle Populationsmodelle für Säugetiere, Vögel oder Insekten nutzen während es nur wenige Arbeiten gibt die die Auswirkungen für Reptilien und im speziellen für Landschildkröten adressierten. In dieser Studie entwickelten wir logistische Populationswachstumsmodelle um die Rolle die diese Faktoren für die Populationsdynamik bei Maurischen Landschildkröten Testudo graeca spielen zu untersuchen. Die Rolle der Umwelteinwirkungen für deren Verteilung, die Bwegungsmuster, das Überleben und die Reproduktion sowie deren individuelles Wachstum wurden in vorhergehenden Studien für diese Art schon beschrieben allerdings gab es bislang keine Untersuchungen die die Auswirkungen von beiden Faktortypen den Endogenen und den Exogenen in Kombination untersuchten wie sie sich auf den Populationszuwachs auswirken. Unter Verwendung von Langzeit-Datensätzen für T. graeca im südöstlichen Spanien (1999-2013) passten wir nicht-lineare logistische Modelle zur Auswertung von endogenen und exogenen Einflüssen an. Die Ergebnisse zeigten, dass endogene Prozesse eine wichtige Rolle für deren Populationsdynamik spielen und dass exogene Faktoren wie die Anzahl der winterlichen Stunden mit Frost ebenfalls einen direkten Einfluss auf die Wachstumsrate der Population haben. Die Intoleranz gegenüber extremen Wintertemperaturen wirkt sich vor allem auf Schlüpflinge und junge Landschildkröten aus. Unsere Modelle zeigten zudem, dass auch andere Beeinträchtigungen (z. B. ein Feuer während der Erfassungsperiode) lange anhaltende Auswirkungen nach sich ziehen da sie die ökologische Tragfähigkeit (also die Ressourcenmenge) für die Population erniedrigen. Diese Studie zeigt eigentlich, dass einfache quantitative Untersuchungen die auf der Theorie zur Populationsdynamik basieren nützlich sind um die ökologischen Mechanismen aufzuklären die der Dynamik dieser Landschildkrötenpopulationen zugrunde liegen.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Siehe auch Rodriguez-Caro et al. (2013)..

Literatur

Rodriguez-Caro, R. C., E. Gracia, J. D. Anadon & A. Gimenez (2013): Maintained effects of fire on individual growth and survival rates in a spur-thighed tortoise population. – European Journal of Wildlife Research 59: 911–913 oder Abstract-Archiv.

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