Raemy, M. & S. Ursenbacher (2018): Detection of the European pond turtle (Emys orbicularis) by environmental DNA: is eDNA adequate for reptiles? – Amphibia-Reptilia DOI: 10.1163/15685381-17000025.

Der Nachweis von Europäischen Sumpfschildkröten (Emys orbicularis) durch Umwelt-DNS Analysen: ist Umwelt-DNS adäquat für Reptilien?

Kürzlich durchgeführte Studien verweisen auf das Potential einer Kombination von molekularen Technologien mit der Sammlung von Umweltproben zum Vorkommensnachweis von verschiedensten Wirbeltierspezies in aquatischen Ökosystemen. Die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) ist ein bedrohtes und versteckt lebendes aquatisches Reptil mit einem sehr scheuen Verhalten. Unser Ziel war eine Methode zu entwickeln und auszutesten, um damit das Vorkommen dieses versteckt lebenden Reptils in Wasserproben aus der Umwelt nachzuweisen. Zuerst ermittelten wir ob wir Reptilien-DNS aus Wasserproben aus künstlichen und natürlichen Teichen in denen Schildkröten mit bekannter Populationsdichte leben isolieren und vervielfältigen können. Anschließend verglichen wir das Potential von zwei unterschiedlichen Wasserprobenaufbereitungsmethoden (mittels Filtration versus Präzipitation) und fanden keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Vorgehensweisen. Nachfolgend konnten wir zeigen, dass die Konzentration an nachweisbarer Umwelt-DNS nicht mit der Anzahl der vorhanden E. orbicularis–Individuen oder deren Biomasse korreliert. Der Nachweis von Umwelt-DNS war aber am höchsten in künstlichen Teichen mit geringem Wasservolumen und in Seichtwasserbereichen von natürlichen Teichen. Das Ziel der Umwelt-DNS-Methoden ist es das Vorkommen von spezifischen Arten selbst bei geringer Populationsdichte nachzuweisen und zwar zuverlässiger als es durch die visuelle Beobachtung möglich wäre. Allerdings zeigt unsere Studie, dass diese Methode der Populationsüberwachung nur unter Vorbehalt und mit Vorsicht bei aquatischen Reptilien einsetzbar ist.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Hier bestätigen die Autoren eigentlich Ergebnisse früherer Studien die auch schon starke saisonale Unterschiede für Arten zeigen konnten die zu unterschiedlichen Jahreszeiten ihre Aktivitätsperioden haben (siehe De Souza et al., 2016; Lacoursiere-Roussel, et al., 2016). Insofern durchaus ein Beleg dafür, dass die Methode generell zum Nachweis geeignet ist, wenn man die Biologie einschließlich des Verhaltens und der Habitatnutzung der jeweiligen Spezies berücksichtigt. Deshalb ist die Methode sicherlich gut dazu neue Lebensräume zu identifizieren in denen es sich dann anschließend lohnt visuell oder durch Lebendfallenfang und anderer Methoden die Populationsdichte zu ermitteln. Allerdings bei Fließgewässern kann auch das gewisse Probleme bereiten, wenn die DNS nämlich mit dem Wasserstrom verdriftet wird.

Literatur

de Souza, L. S., J. C. Godwin, M. A. Renshaw & E. Larson (2016): Environmental DNA (eDNA) Detection Probability Is Influenced by Seasonal Activity of Organisms. – PLoS One; 11 (10): e0165273 oder Abstract-Archiv.

Lacoursiere-Roussel, A., Y. Dubois, E. Normandeau & L. Bernatchez (2016): Improving herpetological surveys in eastern North America using the environmental DNA method. – GENOME, 59: 991–1007 oder Abstract-Archiv.

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