Parren, S. G. (2013): A Twenty-Five Year Study of the Wood Turtle (Glyptemys Insculpta) in Vermont: Movements, Behavior, Injuries, and Death. – Herpetological Conservation and Biology 8 (1): 176–190.

Ein Studie über 25 Jahre an der Waldbachschildkröte (Glyptemys insculpta) in Vermount: Bewegungsmuster, Verhalten, Verletzungen und Tod.

Ich untersuchte eine Waldbachschildkröten-Population (Glyptemys insculpta) in Vermont für 25 Jahre und überwachte einen Teil der Schildkröten mit Radiotelemetrie. 95 % der pro Jahr gefundenen Schildkröten waren Adulti. Die Weibchen bewegten sich weiter vom Fluss weg als die Männchen und blieben auf den höher gelegenen Landhabitatflächen oft bis zu 54 Tage. Weibchen wanderten bis zu 1,6 km, um die Nistplätze zu erreichen und Männchen kontrollierten bis maximal 1,2 km Bachlauf. Die Schildkröten zeigten oft Standorttreue für ihre Überwinterungsorte, wanderten aber zu neuen Orten, wenn die Deckung bietenden Strukturen im Bach verloren gingen. Sie kehrten auch zu ihren Landhabitaten zurück. An Land nutzten sie oft schützende Bedeckung und wenn sie entdeckt wurden, flohen sie dorthin. Insgesamt 58,5 % der adulten Schildkröten wiesen Verletzungen durch Beutegreifer auf. Wenn man diese durch Beutegreifer verursachten Verletzungen mit den mechanischen Verletzungen zusammenfasst, lag die Verletzungsrate bei 68,3 %. Männchen fehlten häufiger Beine, als dies bei Weibchen der Fall war (43,5 % vs. 5,5 %), allerdings fehlten den Weibchen häufiger die Schwänze, im Gegensatz zu den Männchen (21,7 % vs. 66,6 %). Bei keinem der aufgefundenen Jungtiere wurden Bein- bzw. Schwanzverletzungen festgestellt. Ich dokumentierte während der Studiendauer den Tod von vier adulten Schildkröten. Ein Weibchen verstarb, nachdem es durch ein Fahrzeug verletzt worden war, und ein weiteres Weibchen wurde wahrscheinlich ertränkt. Ein Männchen wurde durch einen Fischmarder (Martes pennanti) getötet, und bei einem weiteren vermute ich auch, dass es ein Fischmarder war.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Bei dieser Studie handelt es sich wieder einmal um eine der seltenen guten Langzeitbeobachtungen, die wirklich gute Daten über Luft- und Wassertemperaturen, Bewegungsmuster, Paarungsdaten, Nistdaten und Schlupfzeiten enthalten. Zudem ist auch die Literatur zum Thema umfangreich aufgearbeitet. Ebenso ergibt sich aus den beschriebenen Beobachtungen eine gute Einschätzungen der Verhaltensweisen und zur Sozialstruktur wie z. B. die gemeinsame Überwinterung von Weibchengruppen und das Verweilen insbesondere jünger Männchen um diese Hibernacula, um sich im Frühjahr schon zu paaren. Ebenso scheinen im Herbst die jüngeren Männchen darauf zu warten, dass sich die großen Platzhaltermännchen zurückziehen. Sicher eine gelungene Arbeit, die für alle, die sich für eine naturnahe Haltung ihrer Tiere interessieren, sehr viele Informationen enthält.

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