Parlin, A. F., J. P. S. do Amaral, J. K. Dougherty, M. H. H. Stevens & P. J. Schaeffer (2017): Thermoregulatory performance and habitat selection of the eastern box turtle (Terrapene carolina carolina). – Conservation Physiology 5 (1).

Thermoregulationsleistung und Habitatauswahl bei östlichen Dosenschildkröten (Terrapene carolina carolina).

DOI: 10.1093/conphys/cox070

Umweltbedingungen können individuelle physiologische Abläufe beeinflussen die sich dann kurzfristig auf die Leistungsfähigkeit und das Wachstum, das Überleben und die Reproduktion auswirken. In diesem Zusammenhang müssen die von den Tieren ausgewählten Habitate diese Funktionen unterstützen und sie müssen entsprechend adäquate Ressourcen bieten. Ektotherme Arten sind äußerst abhängig von den klimatischen Bedingungen und den Umgebungstemperaturen welche die Körpertemperaturregulation bestimmen und sich somit auf die physiologischen Prozesse auswirken. Wir untersuchten die Thermoregulationsleistung, die Habitatauswahl und die Bewegungsmuster bei einem ektothermen Wirbeltier der östlichen Dosenschildkröte (Terrapene carolina carolina) Um zu evaluieren wie wichtig für sie die Thermoregulationsphysiologie bei der Habitatauswahl ist. Wir untersuchten die Beziehung zwischen Thermoregulationsleistung und Habitatselektion in Südwest-Ohio während zweier Aktivitätsperioden von jeweils Mai bis Oktober. Wir ermittelten, dass T. carolina schattige Habitate bevorzugte die immergrüne und laubabwerfende Wälder einschlossen sowie strauchige Grasflächen welche eine passende Umgebungstemperatur während der Aktivitätsperiode aufwiesen obwohl diese Habitate Temperaturen aufwiesen die niedriger lagen als dies aufgrund der für diese Schildkröten bekannten Optimaltemperatur für Dosenschildkröten erwartet worden war. Zudem fanden wir, dass die Bewegungen der Tiere nicht mit der internen Körpertemperatur korrelierten. Unsere Studie zeigt, dass die Temperaturbedingungen nicht das alleinige Kriterium für die Habitatauswahl bei Dosenschildkröten sind und dass kühlere Temperaturen keine Auswirkungen auf ihre Fortbewegungsfähigkeit haben.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Nun haben hier die Autoren zwar Abweichungen von den bislang bekannten Optimaltemperaturen gefunden, aber dennoch liegen die Umgebungstemperaturen in einem guten Bereich. Was hier wohl eher entscheidend ist, ist wohl die Tatsache, dass diese Schildkröten zum Teil auch daran angepasst sind in der Dämmerung und in der Nacht aktiv zu sein wo die Temperaturen sowieso absinken und dass sie eine relativ hohe Boden- und Luftfeuchte bevorzugen. Letzteres kann sogar so weit geht, dass sie sich tagsüber im Schlamm eingraben wo sie zum einen Schatten haben und zum anderen von der Verdunstungskälte und der hohen Luftfeuchte profitieren können. Wenn es ihnen wirklich mal zu kühl werden sollte, dann haben sie ja die Möglichkeit weniger beschattete und sonnenexponierte Flächen aufzusuchen um sich aufzuwärmen. Siehe auch Donaldson & Echternacht, (2005); Kapfer et al., (2013) und die dortigen Kommentare.

Literatur

Donaldson, B. M. & A. C. Echternacht (2005): Aquatic habitat use relative to home range and seasonal movement of eastern box turtles (Terrapene carolina carolina: Emydidae) in eastern Tennessee. – Journal of Herpetology 39(2): 278-284 oder Abstract-Archiv.

Kapfer, J.-M., D. J. Muñoz, J. D. Groves & R. W. Kirk (2013): Home range and habitat preferences of Eastern Box Turtles (Terrapene carolina Linnaeus, 1758) in the Piedmont Ecological Province of North Carolina (USA). – Herpetology Notes 6: 251-260 oder Abstract-Archiv.