Murray, R. A., N. O. Dronen & C. K. Blend (2004): Endohelminths from five rare species of turtles (Bataguridae) from southeast Asia confiscated by international authorities in Hong Kong, People's Republic of China. – Zootaxa (786): 1-12.

Endohelminthen aus fünf Wasserschildkrötenarten (Bataguridae) aus Süd-Ost-Asien, die von den internationalen Behörden in Hongkong, VR China beschlagnahmt worden waren

Exemplare von fünf Schildkrötenarten , die als stark vom Aussterben bedroht oder als stark gefährdet eingestuft sind (Cuora amboinensis, Amboina-Scharnierschildkröte; Cyclemys dentata, Malaiische Dornschildkröte; Heosemys grandis, Riesen-Erdschildkröte; Orlitia borneensis, Borneo-Flussschildkröte und Pyxidea mouhotii, Indische Dornschildkröte) der Bataguridae wurden am 11. Dezember 2001 in Hongkong, China beschlagnahmt. Hier geben wir einen Überblick über die für diese Arten beschriebenen und aktuell nachgewiesenen Endohelminthen. Studien über die in diesen Arten vorkommenden Parasiten sind nur spärlich, so dass diese Untersuchung eine der seltenen Gelegenheiten darstellte, Daten anhand von mehreren Exemplaren zu sammeln und zusammenzustellen. Insgesamt wurden 7 verschiedene Parasitenspezies aktuell gesammelt und nachgewiesen, und es konnten 8 neue Wirte nachgewiesen werden. Für P. mouhotii ist es die erste Arbeit, die Parasiten aus dieser Schildkrötenart beschreibt. Der Zweck dieser Arbeit ist es Vergleichsdatenmaterial für zukünftige parasitologische Untersuchungen für diese asiatischen Schildkrötenarten zur Verfügung zu stellen.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Es wurden Trematoden und Nematoden (Leberegel und Spulwürmer) aus verschiedenen Familien nachgewiesen: Falcaustra duyagi; Falcaustra greineri; Serpinema octorugatum; Polystomoides malayi; Stunkardia dilymphosa; Telorchis clemmydis, die nun zum wiederholten Male jeden daran erinnern sollten, wie divers die Parasitenfauna in Wildfängen sein kann und dass man sich eigentlich glücklich schätzen kann, dass die meisten Antihelmithika (Medikamente) doch recht gut helfen. Allerdings sollte man auch hier keine Wunder erwarten, da die meisten der heute verfügbaren Medikamente auf die Wirksamkeit bei dieser Parasitenvielfalt nie getestet wurden, so dass man wohl immer mit einem Restrisiko leben muss. Es sollte aber unter diesen Umständen Quarantäne zur absoluten Pflicht werden, denn wir brauchen uns nicht die Köpfe heiß zu diskutieren, ob eingeschleppte Rotwangenschildkröten die einheimische Fauna bedrohen oder nicht, angesichts einer möglichen Einschleppung von meist unsichtbaren Parasiten, die bei Verbreitung in der Umwelt weit verheerendere Folgen haben können, da sie aller Wahrscheinlichkeit noch mehr Reptilienarten besiedeln und bedrohen können als nur die einheimische Sumpfschildkröte. Angesichts der sich zunehmenden Nachweise und der Probleme, die manche Halter mit Parasiten ihrer Schildkröten haben, sollte man durchaus darüber nachdenken, per Gesetz die entsprechenden Behandlungsnachweise zumindest für importierte und gehandelte Wildfänge einzufordern.

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